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#166 RE: Colonial Police Department von Gavin Reed 01.11.2020 00:49

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kommt zurück (mit RK900) von: Das Bildungszentrum » Die Universität » Seminarräume und Labore

Die ganze Fahrt zum Revier zurück hatte diese bedrückende Stille geherrscht, mit der keiner von uns, oder zumindest ich, umzugehen wusste, während ich mich die ganze Zeit fragte, ob das normal gewesen war. Ich fühlte mich schuldig, ein furchtbares Gefühl, da ich nie wirklich wusste, wie ich damit umgehen sollte, außer die Leute um mich herum nur weiter wegzudrücken, damit sie wenigstens mich nicht mehr ertragen mussten. Unsere neue Freundin Maria Gonzalez wurde in der Zwischenzeit im Verhörraum auf uns vorbereitet, als wir plötzlich eine neue Meldung bekamen. Es handelte sich um einen Mordfall eines Menschen, wir waren darauf angesetzt worden, nachdem außer Blut nichts mehr von ihm gefunden worden war. Die Sache mit Maria würde definitiv noch länger dauern, so hieße es, da sie zuerst medizinisch behandelt werden sollte.

Wir waren sogleich zum Tatort aufgebrochen und hatten uns dort informieren lassen, während RK900 die Beweise analysieren würde, nachdem unsere Streifenpolizisten bereits ihr bestes getan hatten. Schließlich fuhren wir wieder zurück und bekamen einen ausführlichen Bericht über die Wohnung des Opfers. Unsere Polizisten hatten in seiner Wohnung alle möglichen Beweise für Stalking gefunden. Von gruseligen Fotos bis einer Art Schrein, alle zusammen deutete daraufhin, das er einen jungen Balletttänzer, Arthur Armstrong, am Theater verfolgt hatte. Jedoch war vom Stalker selbst keine Spur mehr und wir hatten ihn zu einer Aussage vorgeladen. Alleine während ich den Bericht las wurde mir übel, ich hoffte für den Jungen, dass der Stalker für gut verschwunden war, während ich meine was-weiß-ich-wievielte Kaffeetasse auf meinem Schreibtisch abstellte, um noch einmal die Akte durchzugehen, als ich gerade die Vorladung per elektronischem Briefverfahren abgeschickt hatte.

#167 RE: Colonial Police Department von Nines 01.11.2020 21:33

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(<< Seminarräume und Labore [Mini-Zeitsprung])
Nach dem wir wieder im Revier angekommen waren – in vollkommenen Stillschweigen – hatte man uns mitgeteilt das Frau Gonzalez sich wohl bei ihrem Sprung überschätzt hatte. Sie würde zuerst medizinisch behandelt werden. Im Krankenhaus allerdings unter hohen Sicherheitsvorkehrungen. Und dann in den Verhörraum gebracht werden sobald Zeit bestand. Nach dem uns offiziell kein neuer Fall in der Zwischenzeit zu geteilt werden sollte – immerhin hatten wir nun 2 offene Fälle – war beschlossen worden wir würden bei einem neuen Fall mit helfen. Nämlich das Zeugeninterview übernehmen. Wir waren dennoch zuerst zum Tatort auf gebrochen. Dort waren Blut und Überreste gefunden worden. Von der eigentlichen Person fehlte allerdings jede Spur. Ich hatte die DNS am Tatort analysiert. Geronnenes Blut // DNS-Analyse: WOLF, Richard. // Alter der Probe: > 5 Stunden. Eine Rekonstruktion war nicht mehr möglich gewesen. Außer dem Blut war am Tatort kaum noch etwas zu finden gewesen. Diverse andere Bruchteil-DNS Spuren. Allerdings waren die Straßen der Kolonie immer weit bewegt und viele Leute gingen tagein und tagaus dort entlang. Im Winkel des Hauses hatten sich auch keine Überwachungskameras befunden. Man hatte uns ein Bild von dem Mann und seine Wohnung gezeigt. Wolf, Richard. Geboren: 01.01. // IT-Mitarbeiter einer Firma. Vorstrafen: Keine. Ein Mensch im Alter von 38 Jahren mit einem dunklen Geheimnis. Ich mochte kaltherzig sein. Aber bei ihm lag wohl wirklich die Vermutung nahe: Es wäre besser für jeden wenn er nie wieder auftauchen würde. Vermuteter Mordfall hin oder her.
Inzwischen waren wir wieder ins Revier zurück gekehrt. Und ich hatte begonnen systematisch durch die Beweise zu steuern. Meine Hand – weiß und meine synthetische Haut zurück gezogen – war mit meinem Terminal verbunden. Herr Wolf war ein Mensch – allerdings beschrieb er sich in seinem privaten Blog oft als Metamensch – offenbar mit einer ‚besonderen Gabe‘. Diese Gabe hatte sich als seine Vorlieben heraus gestellt. Und dem Wahn Pheromone besser auf spüren zu können. Eine absolut irrationale Behauptung für einen normalen Menschen. Er hatte gefärbte rote Haare. Und schwarze Augen mit roter Iris – selbstverständlich unnatürlich für einen Menschen – diese kamen von einer freiwilligen Schönheitsoperation im Jahre 2199. In allen von ihm vorhandenen Fotos trug er professionelle und schwarz-rote Kleidung. Gepaart mit diesen Accessoires. Zudem hatte er ein Tattoo von einer Naht quer über den Hals und zwei Ohrpiercings. Eines Flat. Eines Lobe. Er war ein schwerer Raucher. Doch dann gab es noch die andere Sache. Eine große andere Sache. Das Stalking eines jungen Mannes. "Detective? Ist alles in Ordnung?" Doch ich wurde von einer weiblichen Stimme unterbrochen. Und mein Blick traf eine junge blonde Frau mit hell braunen Augen und einem sehr modernen Kleidungsstil. Miller, Courtney. Geboren: 19.06. // IT-Mitarbeiter einer Firma. Vorstrafen: Taschendiebstahl. "Entschuldigen Sie. Ich bin die Arbeitskollegin von Herr Wolf? Ich bin richtig hier oder?" Ich nickte ihr und ihrer Begleitung – dem Polizei-Androiden hinter ihr – zu und dieser ließ sie bei uns allein.

#168 RE: Colonial Police Department von Gavin Reed 02.11.2020 10:16

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Ich sah auf, eine hübsche, junge blonde Frau stand direkt bei uns und ich hatte jetzt schon keinen Bock sie zu befragen, alleine deswegen nicht, weil mir noch die Bilder von der Wohnung unseres lieben Richards herumschwebten. Ich nickte RK900 zu und meinte, Guten Tag, Miss... Miller. Bitte, lassen Sie sich von meinem Kollegen befragen. Ihren Namen entnahm ich aus der Akte. Mit diesen Worten wandte ich mich wieder meinem Terminal zu, wo ich mögliche Hypothesen abarbeitete, allerdings das Gespräch zwischen RK900 und Courtney weiterhin verfolgte.

#169 RE: Colonial Police Department von Nines 02.11.2020 17:41

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Der Detective war abwesend. Dennoch arbeitete er weiterhin am Fall. Die meiste Arbeit war bereits getan worden. Unsere Patrouillen suchten die Kolonie nach dem verschwundenen Mann ab. Auch wenn ich keine großen Hoffnungen hatte das er wieder kehren würde. Ich würde also das Interview mit der Arbeitskollegin übernehmen. "Setzen Sie sich bitte." Ich deutete auf den Stuhl neben unserem Schreibtisch. Des Öfteren wurde er von Officer Chen oder Officer Miller belegt. Zwischen dieser Frau Miller und Letzterem bestand allerdings keine Verwandtschaft. "Wie würden Sie Herr Wolf beschreiben?" Die junge Frau war nervös. Ich informierte sich sachlich über den Fall. Dennoch konnte sie nicht viel zu unserer Ermittlung beitragen. Sie informierte mich das Herr Wolf immer sehr schweigsam und fixiert war. In gewissen Maßen auch berechnend. Er hatte sich bei seinen Arbeitskollegen – auch seinen direkten Mitarbeitern im IT-Bereich – immer sehr zurück gehalten. Und außerhalb seiner Arbeitsstunden war er kaum zu erreichen gewesen. Ich notierte jedes einzelne Detail während dem Gespräch bereits während sie sprach. Und speicherte es direkt in die Akte. Das Interview war kurz gehalten. Aber Frau Miller konnte auch nicht viele Aussagen zu ihrem Kollegen machen. Alles bestätigte nur seine Aussagen in seinem privaten Blog. Und die bisherigen Hypothesen der Polizei. "Vielen Dank. Sie können wieder gehen. Wir setzen uns in Verbindung falls wir noch etwas von Ihnen benötigen. Einen schönen Tag noch." Ich verabschiedete sie höflich und die junge Frau stand schnell auf. "In Ordnung. Danke und auf Wiedersehen." Sie ging mit schnellen Schritten wieder aus dem Revier hinaus.
Schweigsam und fixiert. Berechnend. Das waren alles Aussagen die man auch über meine Person hatte treffen können. Doch Herr Wolf erschien zudem größenwahnsinnig, gewalttätig und ephebophil. Die Ephebophilie bezeichnet die homosexuelle Sexualpräferenz zu pubertären und postpubertären Jungen. Herr Armstrong war 18 Jahre alt und somit war so eine Zuneigung legal. Moralisch war es debattierbar. Dennoch hatte es sich hier auch nicht um eine normale Präferenz gehandelt. Herr Wolf hatte alle Tagesabläufe seines Objekt der Faszination quer über seine Wohnung verteilt und mit seinen eigenen Arbeitsstunden verglichen. In seinem privaten Blog bezeichnete er den jungen Mann als 'perfekt' oder 'nur für ihn geschaffen'. Und sich selbst als 'seinen größten Fan'. Sein Autogramm von einer Aufführung hatte in seiner Wohnung in einem Bilderrahmen gehangen. Herr Armstrong arbeitete als Balletttänzer und Sänger am Theater. Aber offenbar auch geringfügig als Kellner im Café City Pub. Hinzu kamen Gedichte über 'Pheromone' und andere kryptische Hinweise zu sexueller Anziehung. Zusammen mit den ganzen Bildern von Herr Armstrong – welche offenbar ohne Kenntnisnahme auf genommen worden waren – den Videos von jedem seiner Auftritte am Theater und seinem Browserverlauf – Er hatte sich oft auf gewissen Fetisch Porno-Seiten befunden. – war der Fall klar. Hinzu kam seine vollkommen sterile Wohnung. Einzig und allein das Zimmer mit den Sachen über Herr Armstrong war durcheinander gewesen. Das Zimmer war von den Fotos wie eine Art Höhle. In seinem Blog sprach er vermehrt von seiner 'man cave' oder 'love hole'. Herr Wolf war ein IT-Mitarbeiter einer Firma. Ein unauffälliger Arbeitskollege. Und er war auch ein Stalker. Nur gab es nun von ihm keine einzige Spur mehr. Von dem Blut und den Fetzen auf der Straße ab gesehen.

#170 RE: Colonial Police Department von Gavin Reed 03.11.2020 15:54

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Natürlich hatte ich dem Interview mit der Arbeitskollegin von diesem Psycho zugehört, mich auch öfter zurückhalten müssten, allerdings hörte das den Moment auf, in dem die Zivilistin unser Revier hinter sich gelassen hatte. Ich haute auf den Tisch und zischte wütend, Zurückgehalten hat er sich also? Schweigsam und fixiert auf seine Arbeit? Ich stand auf und begann auf und ab zu gehen, während ich immer wieder den Kopf schüttelte. Dieser ekelige Fleck von einem Menschen, wenn man diesen Hurensohn überhaupt so bezeichnen konnte, ich meine... ernsthaft? Einen knapp achtzehnjährigen Jungen zu stalken, über ihn zu fantasieren in deinem ekelhaften... "Tagebuch"-, mir wurde schlecht, während ich weitersprach, Ich meine, wollen wir diesen Typen ehrlich finden? Wäre es nicht besser, wenn er einfach- Ich blieb stehen, noch etwas atemlos und schüttelte immer wieder den Kopf, ich konnte solche Menschen einfach nicht ertragen, sie widerten mich an. Ehrlich, man konnte mir alles vorwerfen, ich war ein verdammtes, arrogantes Arschloch, aber so etwas? Wenn der Kerl nicht sowieso schon tot war, würde ich ihm selbstständig den Hals umdrehen. ...ihn verhaften., korrigierte ich mich in Gedanken, aber selbst da nur halbherzig.

#171 RE: Colonial Police Department von Nines 03.11.2020 21:35

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Die Streifenpolizisten am Schauplatz waren noch dabei die restlichen Hinweise zu sammeln. Sowie andere mögliche Besitztümer des 'Opfers' abzuklären. Es galt ihn vorerst zu finden. Oder mit genügend Hinweisen für tot erklären zu lassen. Mögliche Hinweise wurden zusammen getragen und wir waren daran diesen Fall zu lösen. Während unsere Frau Gonzalez für ein Verhör freigestellt wurde. Ein Arzt musste sie dafür freigeben. Noch befand sie sich in genaueren Untersuchungen. Eventuell hätten wir nie näheren Kontakt mit dem Fall gehabt. Ich musterte den Detective während er begann darüber zu sprechen. Er wirkte ehrlich betroffen. Jedoch nicht nur betroffen sondern sogar wütend. Detective Reed hat einen starken Gerechtigkeitssinn. Es wunderte mich wenig nach unseren anderen Fällen. Er war ein guter Polizist. Ebenso wie ein guter Detective. Trotz seiner sehr impulsiven und manchmal unnötig emotionalen Art. Ich konnte seine Leistungen durchaus bewundern. "Detective." Ich versuchte ihn ein Mal zu unterbrechen. Doch ohne Erfolg. Also erhob ich mich und ging auf ihn zu. Als er stehen blieb streckte ich vorsichtig meine Hand aus. Und legte sie ihm auf die linke Schulter. Mein Griff fest und bestimmt. Aber auch unterstützend. "Detective!"
Er war emotional aufgeladen. Zu emotional aufgeladen um mit dem Menschen zu sprechen. Herr Armstrong würde sich so bald wie möglich in das Revier begeben. Und wenn wir ihn interviewten mussten wir ruhig sein. Der arme junge Mann würde einen genügend großen Schock erleben. Besonders wenn wir ihm die Beweislage unterbreiteten. Dazu brauchte er keinen aufgebrachten Detective. Sondern eine Polizei die ihm Schutz und Vertrauen versprach. "Wir wollen herausfinden was mit diesem Mann passiert ist – nicht um ihn zu schützen – sondern um die Anderen vor ihm zu beschützen." Wir mussten diesen Mann finden – tot oder lebendig – nicht für ihn oder seinen Angehörigen – auch wenn er davon offenbar keine hatte – sondern für die anderen Bürger dieser Kolonie. Um sie vor seinen Missetaten zu beschützen. Und ihn fest zu setzen. "Er wird seine gerechte Strafe bekommen… Wenn er nicht bereits tot ist." Ich versuchte die Augen des Detective zu erhaschen. Sie waren grün. Haselnuss-grün. Oft spiegelten sie Hass wider. Doch dieses Mal war die selbe Emotion auch in meinen sonst kalten Augen zu sehen. Auch wenn ich ansonsten nichts davon verraten ließ.

#172 RE: Colonial Police Department von Gavin Reed 03.11.2020 22:58

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Ich erhob die Hand um seine von meiner Schulter zu schlagen, aber erstarrte in der Bewegung. Mit großen Augen starrte ich zu dem Androiden hoch und schluckte dann, bevor ich tatsächlich tief ein und aus atmete. Es war einfach für mich mich manchmal in meiner Wut zu verlieren, aber RK900 hatte mich am richtigen Zeitpunkt erwischt, um mich noch zurückzuholen mit seiner... mit seiner Art und Weise eben. Ich weiß, ich weiß, whatthefuckever., fluchte ich, aber drückte dann meine Schultern zurück um besser gerade zu stehen, während ich nickte, Hoffen wir nur, dass unser Zeuge bald auftaucht.

#173 RE: Colonial Police Department von Siren 06.11.2020 01:29

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hat sich ein Taxi genommen von: Wohngebiete der Charaktere » Siren's WG

Erst als ich alleine im selbstfahrenden Taxi saß, bemerkte ich wirklich, was an mir so anders war. Ich kontrollierte meine Kräfte gar nicht... aber- aber niemand um mich herum spielte verrückt? Oder versuchte mir jeden einzelnen Wunsch zu erfüllen, oder wurde leblos oder aggressiv, oder... ich hielt inne. Noch zehn Minuten, wurde mir angezeigt, und ich schloss meine Augen im Auto, während ich in mich ging. Meine Kräfte waren definitiv noch da, sie waren spürbar, aber sie... waren unter Kontrolle? Ich schüttelte erstaunt den Kopf, doch bevor ich mehr nachdenken konnte, hielt auch schon das Taxi an. "Sie haben Ihr Ziel erreicht. Danke das Sie DOT Taxis gewählt haben. Wir freuen uns Sie bald wieder zu begrüßen.", hörte ich die Durchsage und stieg aus. Nervös betrat ich das große Polizeigebäude vor mir und sah mich vorsichtig um. Ich wartete in der Reihe, bis ich von einer freundlichen Androiden-Rezeptionistin begrüßt, gescannt und weiter geschickt wurde. Ich wurde von einem freundlichen Officer begleitet.

#174 RE: Colonial Police Department von Nines 06.11.2020 17:31

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Officer Chris Miller war derjenige – der den jungen Arthur Armstrong zu uns begleitete – und fröhlich dabei plauderte. Er war perfekt geeignet um mit einem jungen Menschen wie diesem zu sprechen. Laut der Datenbank war er verheiratete und hatte selbst Kinder. "Keine Sorge. Du brauchst wirklich keine Angst haben. Gavin sieht nur so aus als ob er… Vergiss es. Du bist hier in besten Händen." Er lachte herzlich und führte den jungen Menschen zu unserem Tisch. "Gavin. RK. Euer Zeuge ist hier. Arthur Armstrong?" Ich scannte den jungen Mann vor mir ein Mal. Nur zur Sicherheit. Allerdings verriet er mir keine besonders interessanten Informationen über unser Opfer. Es war reine Routine. Arthur Armstrong. Geboren: 07.12. // Balletttänzer & Sänger am Theater. Teilzeit-Kellner. Vorstrafen: Keine. Mein Griff an der Schulter des Detectives hatte tatsächlich die erwünschte Wirkung gezeigt. Ich ließ nun wieder von seiner Schulter ab. Und wandte mich ganz den beiden anderen Menschen zu. "Ausgezeichnet. Vielen Dank Officer Miller." Officer Miller verabschiedete sich.
Wir hatten uns im Zuge der Vernehmung für eine "schonende" Vernehmung entschieden. Dazu musste unter 18 eigentlich ein Antrag gestellt werden. Allerdings hatte ich diesen bereits ausgefüllt und beantragt. Der Mensch war gerade 18 Jahre alt und Opfer eines massiven Stalking-Versuchs geworden. Seine Sicherheit sollte an erster Stelle stehen. Jetzt als der junge Herr Armstrong vor uns stand erschien mir das auch die einzige richtige Wahl. Er wirkte nervös. Und müde und vor allem jung. Das Konzept von Alter mochte bei Androiden nicht so funktionieren wie bei Menschen – aber dieser Junge vor uns wirkte wie ein Kind – und ich konnte nicht verhindern ihn noch ein Mal zu scannen. Sein Herzschlag ging schnell. Aber er hatte zumindest keine äußerlichen Verletzungen. Doch etwas stimmte nicht. "Guten Tag Herr Armstrong. Bitte folgen Sie uns." Bei einer solchen Vernehmung fand die Beantwortung der Fragen in einem abgesonderten Raum statt und wurde mit Video aufgenommen. Zudem konnte die Beantwortung von Fragen nach dem Intimleben sowie Fragen nach Einzelheiten von traumatischen Erlebnissen – deren Schilderung für unzumutbar gehalten wurde – verweigert werden. "Setzen Sie sich." Der junge Herr Armstrong wirkte so schutzbedürftig das sogar meine Mine weicher als sonst erschien. Ich ließ mich an dem Tisch nieder und deutete auf den Stuhl gegenüber. "Unser Gespräch hier wird aufgenommen und Sie haben die Möglichkeit Fragen im Falle nicht zu beantworten. Haben Sie sonst noch Fragen?"

#175 RE: Colonial Police Department von Gavin Reed 07.11.2020 16:10

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Gott, als Chris dann den Jungen zu uns brachte, wurde meine Aufregung auch wirklich nicht besser. Er mochte erwachsen sein, laut Gesetz, aber alleine dieses Gesicht und der naive Ausdruck sagten mir, dass das in diesem Fall wirklich nicht viel zu bedeuten hatte. So jemand passte doch einfach nicht in diese kalte, brutale Welt. Ich seufzte und stellte uns vor, während ich versuchte nicht zu grimmig zu schauen, Ich bin Detective Reed, nenn mich bitte einfach Gavin, es ist doch okay wenn ich Du sage, oder?, stellte ich uns also vor, Und diese Blechdose da ist RK900. Das Problem mit den Namen mussten wir wirklich bald einmal beheben, denn es ging mir auf den Senkel, besonders vor anderen Leuten, warum auch immer. Auf dem Weg zu dem Interviewraum, stoppte ich kurz an der Kaffeemaschine. Stumm stellte ich eine heiße Schokolade direkt vor Arthur ab, während ich ihn musterte und mich dann neben RK900 setzte.

#176 RE: Colonial Police Department von Siren 07.11.2020 16:15

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Hallo., begrüßte ich die beiden brav und nickte dann dem Officer dankbar zu, ich war froh, dass sie alle so nett waren, J-Ja ist voll okay. Natürlich durfte der Detective mich Duzen, es fühlte sich auch deutlich angenehmer an, zumindest für mich. Wenn man Sie sagte, fühlte ich mich immer gleich so alt. Eine Hand an meinem Ellbogen und ein nervöser Blick, der die ganze Zeit durch das Revier schweifte, bis wir schließlich in einem ruhigen Raum ankamen. Ich nahm den Platz ein, der mir zugewiesen wurde und strahlte dann glücklich, als Gavin mir eine heiße Schokolade vor die Nase stellte, welche ich sofort an mich nahm. N-Nein, ich habe sonst noch keine Fragen.

#177 RE: Colonial Police Department von Nines 09.11.2020 21:33

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Auf die Vorstellung des Detective hin zog ich meine Augenbrauen hoch. Und schüttelte denn nur den Kopf. Absolut typisch wieder von seiner Seite. Aber ich hatte auch noch etwas hinzu zu fügen. Also wandte ich mich wieder höflich an Herr Armstrong. "RK ist für die Befragung vollkommen ausreichend." Ich wartete – darauf das wir alle saßen – bevor ich fortfuhr. "Wir wollten Ihnen ein paar Fragen stellen. Es geht um einen Fall an dem wir momentan arbeiten." Der Detective war ein Stück langsamer als ich und Herr Armstrong gewesen. Dennoch nicht aus Faulheit – sondern aus einem guten Grund – und ich musste tatsächlich kurz lächeln. Eine heiße Schokolade. Sie war aus dem Automaten. Aber dennoch war das ein riesiges Zeichen für den Detective. Auch wenn er es nicht zugeben würde. Und es für Angestellte hier gratis war. Ich nahm es allerdings auch als Anzeichen das er seinen Job ernst nahm. Es war eine gute Idee einen schutzbedürftigen Zeugen sich zuerst entspannen zu lassen. Bevor wir in den Fall starteten. Immerhin würden uns die Aussagen hoffentlich weiter bringen. Oder zumindest Klarheit verschafften. Zudem mussten wir ihn informieren über die möglichen Gefahren die dieser Stalker für ihn bedeuten konnte. Auch wenn wir bisher stark davon ausgingen das er gestern sein Ende gefunden hatte. Unsere Labore und Officer arbeitete auf Hochtouren an dem Fall. Befrage Arthur Armstrong.
"Uns wurden gestern in der Nähe der Gärten… Spuren gemeldet." Ich beschloss genauere Beschreibungen zu vermeiden. Je ungenauer sie waren desto besser. Somit konnte der Zeuge sich nicht von Informationen beeinflussen lassen. Oder zu Falschaussagen verleitet werden. Zu viele Informationen waren außerdem auch ein Risiko für unseren Fall. Auch wenn Herr Armstrong leider unfreiwillig nun in diesen verwickelt war. "Die DNS-Analyse war ein Match für Herrn Richard Wolf." Ich beobachtete jede Regung die der junge Mann zeigte während ich sprach. Aber auch während er antworten würden. Wenn er antwortete. "Kennen Sie diesen Herren?" Zuerst wollte ich erforschen ob ihm dieser Name bekannt vorkam. Falls nicht würde ich es mit Bildern versuchen. Wir hatten sein letztes aufgenommenes Passfoto. Und seine Fotos von seinem privaten Blog. Auch wenn davon nicht alle für den jungen Mann vor uns sehenswert waren. Ich würde ihn nicht weiter traumatisieren und ihm die NSFW-Bilder seines Stalkers zeigen. Auch wenn es davon leider einige gab. Ekelhafte Menschen. "Ich möchte Sie allerdings vorwarnen. Wir ermitteln zeitgleich in einem Fall gegen diesen Mann… Nach den Beweisen die im Zuge der Ermittlung in seiner Wohnung gefunden wurden." Meine Mine war ernst. Aber nicht so ernst und kühl wie sie sein konnte. Eventuell zeigte ich es genau so wie der Detective. Auch wenn ich das niemals zu geben würde. Aber ich empfand dem Jungen gegenüber eine gewisse Sympathie.

#178 RE: Colonial Police Department von Gavin Reed 10.11.2020 12:49

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Kein Ding., nuschelte ich schnell, als mich der Junge so anstrahlte, als hätte ich ihm das größte und schönste Geschenk gemacht und nicht einen Plastikbecher halbwegs gutem Kakao vor ihn abgestellt. Ich räusperte mich also und überließ RK, wie er sich offenbar selbst nannte, lieber die Vorstellung. Ich mochte Zeugeninterviews nicht so gerne, genau wie andere Verhöre, meistens war ich zu ungeduldig oder zu grob, deshalb war Chris auch der Hammer bei so etwas. Du kannst nicht nur bei bestimmten Fragen schweigen, du kannst uns auch gerne immer sagen, wenn du etwas auslassen möchtest. Wir sind nicht hier, um dich zu belasten, sondern diesen Mistkerl, äh, Mr. Wolf.

#179 RE: Colonial Police Department von Siren 10.11.2020 13:09

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Dankeschön., meinte ich und lächelte die beiden noch einmal an, wenn auch etwas unsicher, bevor ich genau zuhörte, was die beiden zu sagen hatte und immer wieder einmal nickte. Allerdings hatte ich keine Ahnung, wer Richard Wolf war und einen kurzen Moment war ich erleichtert, vielleicht ging es gar nicht um den Mann, den ich gestern... der mich gestern... ich sollte nicht daran denken. Ich schluckte also und sagte, N-Nicht das ich wüsste.

#180 RE: Colonial Police Department von Nines 10.11.2020 17:47

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Der Detective wirkte amüsierenderweise beinahe verlegen. Ich konnte mir gut vorstellen das jemand wie Herr Armstrong – offenbar das vollkommene Gegenteil – überforderte. Zumindest auf eine sehr amüsierende Art. Allerdings machte ich eine überraschende Feststellung: Detective Reed mag ihn. Ich konnte es ihm keineswegs verübeln. Bisher hatte ich auch keinerlei Lügen fest stellen können. Es wirkte beinahe so als wäre Herr Armstrong nicht nur ehrlich sondern auch sehr freundlich. Eine Seltenheit unter Personen mit denen es die Polizei zu tun hatte. Ich lächelte kurz auffordernd. Der junge Herr Armstrong hatte den Namen nicht erkannt. Das bedeutete es handelte sich um keine Person aus seinem Umfeld. Vorausgesetzt er sprach die Wahrheit. Das hielt ich allerdings für sehr wahrscheinlich. Ich war mir zu 89 % sicher. "Das ist kein Problem." Dennoch wirkte er nervös. Das war allerdings ein bekanntes Anzeichen für Gespräche mit der Polizei. Man war schließlich nicht aus fröhlichen Gründen hier. Und der Psyche nach wirkte Herr Armstrong etwas fragil. Ich bemühte mich also weiterhin so sanft wie möglich vor zu gehen.
Trotzdem warf ich dem Detective einen strafenden Blick zu. Die Bezeichnung war mehr als nur passend. Dennoch sollte man Personen – schon gar nicht vor einem Zeugen – als 'Mistkerl' bezeichnen. Ich seufzte und schob das Passfoto über den Tisch. Während ich die Reaktionen in unserem Zeugen genau beobachtete. Auf dem Passfoto war der Mann gut zu erkennen. "Kennen Sie aber diesen Mann?" Der Mann auf dem Passfoto hatte gefärbte rote Haare. Und schwarze Augen mit roter Iris – selbstverständlich unnatürlich für einen Menschen – diese kamen von einer freiwilligen Schönheitsoperation im Jahre 2199. Er trug professionelle und schwarz-rote Kleidung. Gepaart mit passenden Accessoires. Zudem hatte er ein Tattoo von einer Naht quer über den Hals und zwei Ohrpiercings. Eines Flat. Eines Lobe. Er starrte sehr direkt und intensiv in die Kamera. Kein besonders unauffälliger Mensch. "Wir haben noch mehr Bilder falls Sie sich unsicher sind."

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