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#106 RE: Die Fabrikgegend von Gavin Reed 05.10.2020 17:50

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Die drei Jugendlichen die sich eindeutig auf ihren zweiten Raub des Tages vorbereitetet hatten, setzten sich sofort in Bewegung. RK900 kümmerte sich bereits um das erste Anzeichen von Waffengewalt mit einem Warnschuss, falls man das ohne Waffe so bezeichnen konnte, zwischen der Hand des Kindes und der Waffe. Ich schnappte mir den nächsten der drei, der in meiner Nähe gelaufen war, und schubste ihn an die Wand, das Knie in seinen Rücken gedrückt. Verschwindet vom Tisch! Ich werde nicht zweimal fragen., warnte ich, Auf den Boden, Hände über den Kopf! Ich rang den Jugendlichen, den ich festhielt, zu Boden, hielt den Druck auf seiner Wirbelsäule aufrecht und hielt meine Waffe auf den dritten im Raum gerichtet. Während ich die Hände ebenfalls mit Kabelbinder an seinem Rücken zusammenband, bemerkte ich, wie der Blick des verbleibenden zum Fenster huschte. Wage es ja nicht-, begann ich, doch das dumme Kind raste los und ich hatte weder Zeit noch Raum, um einen Warnschuss von meiner Position auf dem Boden abzufeuern. Der dritte Jugendliche bedeckte seinen Kopf, krachte durch das Fenster und landete draußen auf der Feuerleiter. Motherfucker!, zischte ich und richtete meinen Blick scharf auf den Android, Worauf zum Teufel wartest du noch?! Hinter ihm her!

#107 RE: Die Fabrikgegend von Nines 06.10.2020 17:27

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Einer der drei – der bei dem Detective in der Nähe gelandet war – tat was er befahl und schlurfte in die Mitte der Wohnung. Er nahm ihn fest – wurde allerdings abgelenkt - als der Blick des Verbleibenden zum Fenster huscht. Der Detective warnte ihn. Doch der Jugendliche bedeckte seinen Kopf, krachte durch das Fenster und landet draußen auf der Feuerleiter. Der Detective richtete seinen kritischen Blick auf mich. Und gab mir eine klare Aufgabe. Verfolge den dritten Täter. Mit dem zweiten Jugendlichen – der festgebunden und gegen die Dielen gelegt war – sprintete ich sofort nach vorne und sprang aus dem Fenster. Gerade als Detective Collins und zwei andere Polizisten in die Wohnung stürmten. "Scheiße Gavin" schnaubte der andere Detective. Seine Waffe in der Hand. Und sah zu wie ich auf der Feuerleiter verschwand. "Ich dachte du sagtest es sei ein einfacher Raubüberfall." Officer Brown und Person bewegten sich um den Zweiten zu ergreifen. Den ich liegen gelassen hatte. Der Andere wurde immerhin noch von dem Detective fest gehalten.
Ich war dem dritten Täter dicht auf den Fersen. Über die Feuerleiter war er auf das Dach geklettert. Und – als er mich gesehen hatte – auf das nächste Dach gerannt über ein Bau-Gestell. Ich war ihm sofort gefolgt. Ein kalkulierter Schritt über die Bretter. Und kam ihm immer und immer näher. Meine Protokolle zeigen mir mehrere Möglichkeiten sofort auf. In Echtzeit entschied ich mich immer für die Schnellen. Aber auch die Riskanten. Und kam meinem Ziel so immer näher. Er bemerkte es und steuerte prompt auf das benachbarte Dach zu. Die Lücke zwischen dem und diesem Dach war nicht klein. Und es wäre ein langer Sturz nach unten. Der Jugendliche schafft es und ich sprang direkt hinter ihm her. Fing mich am nächsten Dach mit einer Rolle ab – um meinen Sturz ab zu fangen – und die Jagd mühelos fortzusetzen. Ich stürmte über die Dächer agil und präzise und fehlerfrei in meinen Bewegungen. Bevor er noch einen weiteren Sprung wagen konnte packte ich ihn und drückte ihn gegen eine der Luftzirkulationsöffnungen auf dem Dach. Er ließ ein hohes Schreien hören. Und konnte sich kaum wehren.

#108 RE: Die Fabrikgegend von Gavin Reed 07.10.2020 17:26

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Mit dem zweiten Jugendliche, der festgebunden und auf dem harten Fußboden verlegt wurde, sprintete der RK900 nach vorne und sprang aus dem Fenster, gerade als Ben und zwei andere Officers die Wohnung stürmten. Ja, der Hurensohn von einem Ladenbesitzer wollte nicht erwähnen, dass sie bewaffnet waren., zischte ich und zog den ersten Täter auf die Füße, während Officer Brown und Person sich bewegten, um den zweiten zu ergreifen, Bringt diese beiden zum Streifenwagen!, befahl ich, übergab das Mädchen Ben und eilte zum zerbrochenen Fenster. Dort sprang ich ebenfalls hinaus und überbrückte die Lücke zwischen der Wohnung und der Feuerleiter, womit ich auf das Dach kletterte. Ich rannte los, als ich den RK900 bemerkte, der dicht auf den Fersen des Flüchtenden war, über das benachbarte Dach sprintete. Ich stieg die beiden Treppen hoch, schaffte es auf das Dach und spürte plötzlich einen kleinen Panikschub in meiner Brust, als ich sah, wie der Flüchtende auf das nächste Gebäude sprang. Die Lücke war alles andere als klein und es war ein verdammt langer Fall, aber der Junge schaffte es, mein Atem stockte allerdings in meiner Kehle, als der RK900 einfach hinterhersprang, am nächsten Dach elegant in eine Rolle tauchte und die Jagd mühelos fortsetzte. Heilige Scheiße. Ich hatte immer gedacht, dass ich in bester körperlicher Verfassung war, aber wenn ich beobachtete, wie der Android über die Dächer stürmte, agil und präzise und fehlerfrei in seinen Bewegungen, da würde er sogar die fittesten Officer in den Schatten stellen. Härter. Besser. Schneller. Stärker., verspottete mich Chen's Stimme in meinem Hinterkopf und ich biss die Zähne zusammen, während ich die Verfolgung fortsetzte. Ich holte sie gerade noch ein, als der RK900 den Täter packte und ihn gegen einen der Lüftungsschächte auf dem Dach drückte. Hab dir gesagt, du sollst nicht rennen, Arschloch., spuckte ich aus, mein Stolz ließ ein wenig nach, als ich meine Hände auf die Knie lehnte und etwas nach Luft rang, während der RK900 groß und unerträglich unberührt dasteht. Du kannst dich von deinen Rechten verabschieden, lässt uns dir da hinterherjagen, als wären wir auf CSI Miami oder so, hätte einfach auf dich schießen sollen., fügte ich leiser hinzu, aber nur aus Sympathie für meine schmerzenden Lungen und toten Beine.

#109 RE: Die Fabrikgegend von Nines 07.10.2020 21:40

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Der Detective war mir tatsächlich gefolgt. Ich wäre überrascht gewesen wenn ich nicht seine Sturheit einberechnet hatte. Tatsächlich war er mir in einer nicht un-beeindruckenden Zeit gefolgt. Dennoch hatte er sich in unnötigen Risiken begeben. Und schien gerade Schwierigkeiten zu haben wieder ordentlich an Luft zu kommen. 32 Atemzüge pro Minute // Atmung unter Belastung. // Erhöhter Puls. Zudem mir zu folgen vollkommen unnötig gewesen war. Ich beobachtete ihn vollkommen unberührt. Körperliche Anstrengung hatte keinerlei Auswirkung auf meinen Körper. Ich hielt die Handgelenke des Jugendlichen fest im Griff. Dann nickte ich in Richtung der Tür. Diese führte ins Innere des Gebäudes auf dem wir nun standen. "Nach Ihnen Detective."
Nach dem der Detective eine Regung gezeigt hatte würde ich ihm folgen. Dennoch beschloss ich die unnötige Verfolgungsjagd von seiner Seite noch ein Mal explizit zu erwähnen. "Es gab keinen Grund für Sie mich zu verfolgen" Meine Stimme war neutral. Aber die Sache war mir ernst. "Sie hatten mir schließlich befohlen zu gehen. Und die Verfolgungsjagd auf zu nehmen. Ich hatte erwartet das sie mit Detective Collins nach unten zurück kehren. Ich war perfekt dazu in der Lage…"

#110 RE: Die Fabrikgegend von Gavin Reed 08.10.2020 09:50

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Obwohl ich nichts anderes lieber wollte, als auf dem Dach zusammenzubrechen, bis das Blut nicht mehr in meinen Ohren pochte. Aber was auch immer von meiner Würde übrig geblieben war, hatte mich zum Treppenhaus geführt und versuchte, meine Atmung wieder in den Griff zu bekommen. Doch sobald der Android anfing zu sprechen, wusste ich, dass das, was noch von meinem Temperament übrig war, verdammt noch knapp vor dem Überlaufen war. Okay, Shitbird. Ich drehte mich zu dem Android um und ignorierte den ängstlich aussehenden Jugendlichen, während ich mir das Revers der Jacke des RK900 schnappte. Hör zu, verdammt noch mal. Du verlierst kein einziges verdammtes Wort darüber, was ich tue oder nicht tue, verstehst? Du bist nicht mein Partner, du bist nicht verantwortlich für mich. Du bist eine verdammte Maschine, also wenn ich dir befehle, etwas zu tun, machst du es verdammt noch mal besser und stellst meine verdammten Entscheidungen nicht in Frage.

#111 RE: Die Fabrikgegend von Nines 09.10.2020 17:19

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Der Detective drehte sich zu mir um und schnappte sich das Revers meiner makellosen Jacke. Drohungen kamen aus seinem Mund. Doch ich schaute nur kühl auf ihn herab. Und griff noch immer fest nach den Handgelenken des Jugendlichen. Ich wäre ihm einfach gefolgt. Aber er schien schon wieder auf gebracht. "Ihre Herzfrequenz ist ziemlich hoch Detective. Und ihre Atmung ist irregulär. Ich sagte nur das es keinen Grund gab mich zu verfolgen. Um ihr Wohlbefinden im Auge zu behalten." Ich beugte mich näher zu ihm hinunter. Und zeigte mein gleich kaltes, fiktives Lächeln – das ich bereits in dem Büro des Captains gehabt hatte – wie bei unserem ersten Aufeinandertreffen. "Ich empfehle Ihnen Ihre wöchentlichen Fitnessstudio-Besuche zu erhöhen. Wenn sie das nächste Mal mit mir Schritt halten möchten."
Dann richtete ich mich wieder ruckartig auf. Still ohne auf irgendwelche Zeichen von der Setite des Detective ein zu gehen wechselte meine Aufmerksamkeit komplett. Ich nahm den dritten Täter mit mir. Und ließ den Detective hinter mir auf dem Dach zurück. Kehre zum CPD-Revier zurück. Der Rest lief ruhig ab. Um den Tag abzurunden kehrten wir zum Revier zurück. Officer Chen warf uns einen Blick zu und schnaubte laut genug – laut genug – um die Aufmerksamkeit von Officer Miller zu erregen. Er schaute zwischen mir und dem Detective hin und her. Und grinste dann breit. "Also, wie war der erste Job, ihr beiden?" Anstatt dem Detective eine Chance zu geben zu antworten – die er eventuell genutzt hätte – übernahm ich die Beantwortung. "Ich dachte es lief durchschnittlich gut." Ich sah mit meinem selbst-zufriedenen Ausdruck zu dem Detective. "Obwohl wir festgestellt hatten das die Fitness von Detective Reed nicht ganz auf dem besten Stand ist." Das Lachen – das sich daraus ergab – war es definitiv wert gewesen mit meinen 'Kollegen' zu interagieren. Ich kehrte nach diesem erfolgreichen Arbeitstag nach JERICHO zurück. Um Markus einen Bericht zu erstatten.

>> JERICHO && Besprechungsraum [ZEITSPRUNG]

#112 RE: Die Fabrikgegend von Gavin Reed 09.10.2020 22:34

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Der Android schaute kühl auf mich herab, sein Griff immer noch fest nach den Handgelenken des Flüchtenden und begann auf mich herabzureden. Es beugte sich näher zu mir herab und schenkte mir ein Lächeln, das es bereits in Fowler's Büro gehabt hatte, als wir uns das erste Mal getroffen hatten und ein leichter Schauder rann über meinen Rücken. Schließlich drehte es sich um und ließ mich beschämt und still und brodelnd auf dem Dach zurück. Und um dem Tag auch noch die Krone aufzusetzen, als wir zum Revier zurückkehren, bemerkte Tina natürlich meinen Blick und schnaubte laut genug, um Chris' Aufmerksamkeit zu erregen. Chris' Gelächter verfolgte mich für den Rest des Nachmittags, der damit verbracht wurde, Papierkram auszufüllen, um die aus dem Technologieladen gestohlene Ausrüstung zu decken. Jedes Mal, wenn ich aufschaute und den Blick des RK900 über den Schreibtisch hinweg auf mich zog, musste ich finster zurückschauen, als ob mein sehr unfaires Leben davon abhinge.

eine Weile später: Wohngebiete der Charaktere » Gavin's Apartment

#113 RE: Die Fabrikgegend von Hank Anderson 23.11.2020 19:30

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Du glaubst doch wohl auch nicht, dass er bei mir mit Gewalt weit gekommen wäre. Ich war schließlich nicht Gavin, vermutlich wäre ich einfach gegangen statt mich mit dem Androiden den ich nicht leiden konnte herumzustreiten, selbst auf die Gefahr hin, dass Fowler mich endgültig hinauswarf. Das wichtigste jetzt war aber, dass Connor wieder lächelte, was mich dazu brachte das auch sofort zu erwidern. Sein Lächeln hatte auf mich in den meisten Fälle eine unglaublich ansteckende Wirkung, zudem war ich wirklich froh, wenn Connor sich wieder wohler fühlte. Schließlich fuhren wir an dem Gebäude vor von dem die Person gesprochen hatte, die uns kontaktiert hatte. Es war ein heruntergekommenes mehrstöckiges Haus, so wie es in der Gegend viele gab. Ich hielt den Wagen an und schaltete ihn ab. Erst jetzt löste ich mich wieder ganz von Connor um auszusteigen, aber nicht ohne ihn noch einmal sanft und verdammt verliebt anzulächeln. Es hatte mich wirklich voll erwischt.

#114 RE: Die Fabrikgegend von Connor 24.11.2020 21:19

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(<< CPD)
Amüsierte musterte ich Hank. Ich war mir sicher das sich RK und er verstehen würden. Sie hatten doch einen ähnlichen trockenen Humor. Zudem das er die Aktionen von meinem kleinen Bruder bei dem Detective offenbar als sehr amüsierend empfand. So wie Hank immer lautstark gelacht hatte. Ich schüttelte also meinen Kopf. "Nein." Ich glaubte nicht das RK mit Gewalt weiter gekommen wäre. Aber es funktionierte zumindest bei dem Detective. Auch wenn ich mir sicher war das es nur bis zu einem gewissen Grad funktionierte. Eine Gradwanderung. Bei dem Detective war das Einschätzen nicht so einfach. Doch auch dieser wirkte etwas verändert. Nicht sehr. Aber doch. "Ich glaube du hättest die Suspension riskiert. Du warst bei mir schon nahe dran." Ich grinste kurz. "Ich habe auch lieber dich als Detective Reed als Partner." Ich wusste nicht was passiert wäre – wenn ich dem Detective zugeteilt worden wäre. Vermutlich hätten wir eine Lösung finden müssen. Oder ich wäre das eine oder andere Mal neu ersetzt werden müssen. Wobei man dazu sagen musste das auch Hank ein Mal nahe daran gewesen wäre meine Hülle zu zerstören. Auch wenn ich nicht glaubte das er mich am Park wirklich erschossen hätte. Zumindest nicht aus meiner jetzigen Perspektive.
Das Auto hielt vor einem Gebäude. Es war voller Graffiti und hatte eine sehr verrostete Feuertreppe. Oben auf dem Dach befanden sich mehrere Konstruktionen. Darunter auch eine große Werbetafel mit einem Wal darauf. "Das ist das Gebäude." Manche Fenster waren offen. Manche schienen sich auch gar nicht mehr schließen zu lassen. Die Wohnungen waren alle dunkel. Nur aus einem Fenster konnte man einen Vorhang erkennen. Alle anderen wirkten beinahe verlassen. "Wir müssen ins oberste Stockwerk." Dort hatte der Nachbar die Geräusche und den seltsamen Mann gemeldet. Ich stieg ebenfalls aus dem Auto und ging auf das Haupttor des Gebäudes zu. Ich öffnete sie ohne Probleme. Sie knarzte und gab einen gewissen Widerstand. Doch das hielt mich nicht auf. Auch die Wände im Inneren waren voller Graffiti und der Boden war teilweise abgetragen oder zerfetzt. Ich scannte den Feuer-Fluchtplan und sah dann geradeaus. Dort war ein noch relativ modern aussehender Aufzug. "Es gibt einen Aufzug." Ich warf Hank einen amüsierten Blick zu. Ich war schließlich durchaus zufrieden wie unser Joggen verlaufen war. Besonders mit dem krönenden Abschluss.

#115 RE: Die Fabrikgegend von Hank Anderson 24.11.2020 22:08

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Das wärs mir wert gewesen, dann hätte ich mehr Zeit zum trinken gehabt. Ich zuckte mit den Schultern und sah dann wieder an dem Gebäude hoch in das wir nun mussten, ehe ich Connor leicht angrinste. Jeder ist als Partner besser als Gavin. Wir hatten einst eng zusammengeearbeitet, vor der Sache mit Cole, als Gavin noch jung und neu im Beruf gewesen war. Ich folgte Connor nun zu dem Gebäude und hinein, die Einganstür war nicht verschlossen, ich bezweifelte, dass das bei dieser überhaupt noch möglich war. Oh gut, sonst hättest du alleine raufgehen müssen. Ich schnaubte und ging zum Aufzug hinüber. Ich hätte mich auch hinaufgequält, nur um Connor nicht alleine zu lassen, ich wollte nicht, dass ihm etwas passierte und er alleine war.

#116 RE: Die Fabrikgegend von Connor 25.11.2020 17:23

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Mein Blick wurde eine kleine Sekunde vorwurfsvoll. Ich wusste das Hank gerne zur Flasche griff. Aber dennoch bedeutete das nicht das ich solches Verhalten bei ihm motivieren wollte. Ich würde es zumindest nicht direkt unterstützen. Auch wenn ich wusste das es für ihn nicht einfach werden würde davon los zu kommen. Mein Blick änderte sich aber beinahe sofort wieder auf amüsiert als die Treppe in Anspruch kam. Ich zog eine Augenbraue hoch und sah zu den alten abgewetzten Treppenstufen. Manche wirkten auch schon nicht mehr so stabil. "Vielleicht sollten wir als sportliche Aktivität die Treppe nehmen." Trotz meiner Worte trat ich an den Aufzug heran und drückte den Knopf der ihn rufen würde. Es dauerte eine Weile. Das Gebäude machte in der Zwischenzeit einige ominöse Geräusche. Menschen waren jedoch keine zu sehen oder zu hören. Obwohl dieses Haus bis auf die besagte Wohnung definitiv bewohnt war. Wir befanden uns hier aber auch in einer vollkommen anderen Nachbarschaft. Hier wohnten die Leute die noch in den Fabriken arbeiten. Keine besonders gute Arbeit. Besonders wenn sie kostenfrei und effizienter von Androiden übernommen werden konnte. "Es ist hier wirklich still."
Der Aufzug kam unten an und die metallenen Türen öffneten sich für uns. Es gab ein altes Gitter das man per Hand zurückziehen musste. Das tat ich auch sogleich. Der Aufzug war zwar halbwegs modern aber genauso herunter gekommen wie der Rest des Hauses. Ich betrat den Aufzug und verschränkte die Hände hinter meinem Rücken. Ich wartete darauf das Hank einstieg – die Tür wieder hinter sich schloss – und drückte schon ein Mal den Knopf für den obersten Stock. Während wir nach oben fuhren würde ich meine Augen schließen und RK900 eine Nachricht zukommen lassen. "Ich möchte später noch mit dir sprechen." Somit war es offiziell ausgemacht. RK900 und ich würden uns wohl später noch sprechen. Aber erst nach diesem Fall und vor allem nach dieser Schicht. RK900 und der Detective waren schließlich in der Frühschicht tätig gewesen. Nach dem ich so damit beschäftigt gewesen war die Nachricht an RK9000 zu verschicken bemerkte ich zuerst mit geschlossenen Augen gar nicht das der Aufzug schon längst im obersten Stock angekommen war. Und die Tür sich wieder öffnete.

#117 RE: Die Fabrikgegend von Hank Anderson 25.11.2020 17:52

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Ich sehe schon, du willst mich loswerden, in dem ich mir alle Knochen breche, aber das kannst du vergessen Con. Ich grinste schief und sah mich noch etwas im hausgang um, während der Aufzug sehr langsam zu uns herunter fuhr. Schimmel an den Wänden, totenstille am Flur. Fast schon zu still. Ich folgte Connor in den Aufzug hinein und fuhr dann schweigend mit ihm hinauf auf die Etage in die wir wollten. Als ich allerdings bereits ausgestiegen war stand Connor immer noch da. Ich drehte mich um und sah ihn fragend an. Hey, sind deine Batterien leer? Ich glaubte zwar nicht, dass das ging, aber man konnte daraus ja auch einen kleinen Scherz machen. Wobei ich mich fragte ob Connor sich wohl irgendwann irgendwie aufladen musste. Verdammt, ich wusste einfach zu wenig über Androiden. Oder eher über Connors Funktion, die anderen waren mir nicht wichtig, nur er allein. Oder willst du da im Aufzug stehen bleiben?

#118 RE: Die Fabrikgegend von Connor 25.11.2020 21:05

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Meine LED blinkte von gelb – während ich kommunizierte – auf blau und ich schlug die Augen auf. Ich blinzelte als ich die Stimme von Hank hörte. Der offenbar bereits aus gestiegen war. Ein Fauxpas von meiner Seite aus. Auch wenn es Hank offenbar genau so amüsierte wie mich sein Kommentar dazu. "Tut mir leid. Ich habe RK informiert das ich später mit ihm reden möchte." Während ich redete blieb ich noch im Aufzug stehen. Inzwischen kannte ich den Humor von Hank ziemlich gut. Auf meinen Lippen war also ein kleines Lächeln ab zu lesen. Während ich ihm eine wahre Klugscheißer-Antwort gab. "Und ich bin 173 Jahre funktionsfähig ohne laden zu müssen." Das war eine sehr lange Zeit. Ich wollte lieber nicht daran denken das Hank nicht 173 Jahre funktionsfähig war. Das war eine der dunkelsten Feststellungen die ich je hatte machen müssen direkt nach dem ich zum Abweichler geworden war. Und ich wusste noch immer nicht wie ich mit diesem Fakt umgehen sollte. "Nein!" Ich antwortete – damit ich mich nicht weiter damit aus einander setzen musste – und als ob ich ein trotziges Kind wäre. Und ohne meinen Worten Taten folgen zu lassen. Und mich aus dem Aufzug zu begeben. Es war schön mit Hank so scherzen zu können. "Ich komme."
Befrage den Verdächtigen. Zum Scherz blieb ich noch eine Sekunde im Aufzug stehe. Bevor ich mich dann in Bewegung setzte. Ich gestikulierte an die Wohnung am Ende des Ganges. "Die Wohnung da sollte unbewohnt sein. Aber der Nachbar sagte er habe hier einen Mann gesehen – der eine LED verbarg." An den Wänden im Gang waren ebenfalls Schimmel und Graffiti zu sehen. Der Fließen Boden war vollkommen dreckig. Genau wie die Fenster und der Feuerlöscher-Kasten. Auch der Fluchtplan ließ zu wünschen übrig. Das Fenster am Ende des Ganges wirkte beschädigt. Darunter lagen auch einige Trümmer. Die Tür gegenüber von dem Apartment – das uns gemeldet worden war – hatte einige Bretter vor genagelt. Auf dem Boden befand sich allerdings etwas ungewöhnliches. Ich kniete mich dort hin und analysierte den Haufen Dreck. In dem sich tatsächlich unter anderem auch einige Federn befanden. Federn // Columba Livia: Felsentaube. // Aus verschiedenen Exemplaren zusammengesetzt. Mehr gab es hier auch nicht mehr. Ich klopfte also an der Tür. Nichts. Ich sah zu Hank und zog die Augenbrauen zusammen. Dann klopfte ich noch ein Mal. Fester dieses Mal. "Ist jemand zu Hause?" In der Wohnung herrschte absolute Stimme. Also erhob ich meine Tonlage und wurde noch um einiges lauter. "Aufmachen! CPD!" Man hörte plötzlich ein lautes Rumpeln aus der Wohnung. Mein Blick war sofort wieder bei Hank gelandet. Ich vertraute ihm das er wusste was zu tun war. Das hatte sich nie geändert. Auch wenn er mir inzwischen keine direkten Befehle mehr geben konnte. Nicht im vorprogrammierten Sinne eines nicht abweichenden Androiden jedenfalls.

#119 RE: Die Fabrikgegend von Hank Anderson 25.11.2020 22:23

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Ich schnaubte amüsiert, doch sah dann nachdenklich drein, während Connor doch nachkam und sich noch ein paar Federn am Boden ansah. 173 Jahre? Scheiße... Connor würde eine ganze Weile länger leben als ich und das nicht nur um ein paar Jahre, sondern um über hundert, wenn er so lange am Leben blieb. Machten da ein paar Jahre ohne mich wirklich so viel aus? ich hatte mich neben die Tür geöehnt und wurde erst wieder richtig aufmerksam, als ich das Rumpeln in der Wohnung dahinter hörte. Ich richtete mich wieder auf und zog meine Waffe. Bleib hinter mir. Ich wollte auf keinen Fall, dass Connor verletzt wurde, wenn ich es verhindern konnte. Ersatzteile hin oder her, ich würde es nicht ertragen zu sehen wie Connor Schmerzen hatte. Ich hob den Fuß und trat die morsche Tür mit einem gezielten Tritt auf. Ich sicherte den Gang der dahinter lag und begann dann damit erst den rechten und dann den linken Raum von mir zu sichern, gerade aus war noch eine weitere Tür, die geschlossen war. Erst als die beiden sicher waren wandte ich mich der dritten zu und drückte sie mit der Schulter auf. Nur um sofort wieder zurück zu stolpern, als mir drei tauben ins Gesicht flatterten. ich wagte mich dann noch weiter vor und fand einen sehr widerlich stinkenden und vor allem mit hunderten von Tauben gefüllten Raum vor, der allerdings leer war, was ich mit einer raschen Drehung feststellte. Was zur Hölle ist das denn? Mir standen die Haare zu Berge, ich hasste Vögel über alles. Ich sicherte noch rasch einen weiteren Raum ein Badezimmer, welches hier angeschlossen war, und musste gegen einen schweren Würgreiz ankämpfen. Scheiße, wie das hier stinkt... Doch auch im Bad war niemand, alles war leer, bis auf diese widerlichen Tauben. Tja, wir sind umsonst gekommen, unser Mann ist weg.

#120 RE: Die Fabrikgegend von Connor 26.11.2020 17:32

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Ohne zu Zögern befolgte ich die Anweisung und stellte mich hinter Hank. "Verstanden." Die Zusage kam schon aus meinem Mund bevor er noch richtig zu Ende gesprochen hatte. Ich trat also zurück und stellte mich hinter ihn. Auch wenn ich mir eine Sekunde lang den Kommentar verkneifen musste das er aus biologisch nur schwierig nachzuformenden Teilen bestand und ich durchaus in der Lage wäre an Ersatzteile zu kommen. Aber dann trat Hank auch schon die Tür ein und betrat die Wohnung. Eine kurz Sekunde wartete ich ab. Und begann ihm dann zu folgen. Die Tür auf der Seite sicherte er ebenfalls. Doch in diesem Zimmer befand sich augenscheinlich niemand. Nur ein kaputtes Bett mit einem heraus gerissenen Lattenrost. Ein Tisch mit einem Magazin. Ein kaputter Wandschrank Und eine an die Wand daneben gelehnte Matratze. Das Magazin bestand aus zwei Teilen: 'SOLOMNIA TODAY: 'RED ICE'-EPIDEMIE. Aktuelle Betäubungsmittelkrise sucht Solomnia heim. // NATO-Sicherheitsrat über arktischen Disput gespalten. // UN warnen vor nächstem Krieg.' Und 'GREEN EARTH: Beispiellose Hurrikane in ganzen Mittleren Westen. // UMKEHRPUNKT VERPASST // Ökosystem der Erde unrettbar zerstört. // Bienen offiziell ausgestorben – globale Hungersnot erwartet.' Auf der Seite stand ebenfalls noch ein kleines Tisch. Der Boden war irrsinnig dreckig und die Tapete mehr als nur abgetragen. Ich begab mich schnell zu Hank am Ende des Ganges. Wo uns noch eine Tür erwartete. Diese drückte er mit der Schulter auf.
Tauben. Eine ganze Menge Tauben kam uns da sofort entgegen. Das erklärte allerdings die Tauben im Flur. Hank wirkte ganz und gar nicht begeistert während uns die Tauben überall um die Ohren flogen. Ich scannte kurz die Wohnung. Untersuche das Apartment. Bestätigte dass der Verdächtige ein Abweichler ist. Finde den Ursprung des Lärms. Hank verkündete das unser Mann wohl nicht hier war. Aber wir mussten uns trotzdem umsehen. Direkt am Tisch neben mir befand sich Vogelfutter. Meine Analyse-Modus schaltete sich nun sofort ein. Verdächtiger versorgt wilde Tiere. Als Nächstes machte ich die Tür zum Kühlschrank auf. Dort befand sich jedoch gar nichts. Kein Essen oder Trinken. Verdächtiger isst nichts. Daneben lag eine Jacke. Militärjacke // Secondhand: Initialen: R. T. // 90 % Baumwolle, 10 % Synthetikgewebe. "R.T. Vermutlich Initialen." Danach analysierte ich eines der Poster an der Wand. Es war eine Werbeanzeige für die Gärten. Mit zwei Personen die durch ein grünes Feld gingen darauf. Posterecke // 1000 % Recycling-Papier. // Kürzlich bewegt. Ich entfernte das Poster also. Darin befand sich ein Buch. Es hatte dieselben Symbole wie bereits an den Wänden. Immer und immer wieder. "Ich weiß nicht. Das ist wohl eine Art Notizbuch. Aber es ist… nicht entzifferbar." Ich teilte meinen Fund Hank selbstverständlich sofort mit. Und steckte das Notizbuch erst ein Mal ein. Ich betrat nun das Bad – in dem Hank zuvor auch bereits gewesen war. An den Wänden stand wieder überall 'RA9'. "rA9 und zwar 2471 Mal. Das gleich Symbol hatte Ortiz Android an die Duschwand geschrieben. Und es stand bei Ralph im Haus an den Wänden. Ich hab es inzwischen auch schon selbst gesehen…" Das wusste Hank noch nicht. Aber ich hatte das Symbol bei meiner Abweichung damals genau vor mir gesehen. Auch wenn ich nicht wusste was genau es zu bedeuten hatte. Ich dachte nicht gerne daran zurück. Meine Analyse meldete sich erneut. Zwanghaftes Schreiben.

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