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#31 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 14.03.2021 11:44

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Leute wütend machen hatte ich immer schon gut gekonnt, besonders nachdem meine Psyche sich immer weiter verschlechtert hatte und so zeigte es auch hier seine Wirkung. Immerhin konnte ich da noch von Glück reden, dass es nur die Hand gewesen war und nicht schon die Brechstange. Wenn du am Abend nachhause kommst um in Mamas Keller unterzukriechen? Gavin war endlich ein braver Junge und beleidigte die Typen nicht noch weiter. Zumindest nicht zu sehr. Der Kasten schien etwas überlegen zu müssen und sah beinahe verlangend auf die Brechstange, seufzte dann aber und nickte zu uns hinüber "Die Fragen.", schien er sagen zu wollen.

#32 RE: Das Metrosystem von Gavin Reed 14.03.2021 17:01

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Dieses Mal war die "Nervensäge" offenbar nicht so gnädig und holte mit der Brechstange gegen Hanks Bein aus, nicht so schlimm wie es vielleicht sein könnte, aber sogar ich verzog das Gesicht bei dem Geräusch, das durch den leeren Schacht hallte. Wir mussten definitiv unter der Erde sein, eventuell in einem Tunnel oder so etwas, der nicht mehr gebraucht wurde. "Ihr habt Glück, unsere Fragen sind ganz einfach.", meinte er dann ganz entspannt, ein Schulternzucken in Richtung seines Kumpanen, "Wie sind eure Androiden zu Abweichlern geworden und was können wir tun, um euch sie abzunehmen?" Abnehmen und was dann mit ihnen tun? Meine Hände ballten sich zu Fäusten, auch wenn ich genau wusste, dass Nines wohl derjenige wäre, der alles andere als einfach mir "abzunehmen" wäre. Erstens, er war mein verdammter Partner, und zweitens, sie würden sich an diesem kalten Plastikarschloch gehörig die Zähne ausbeißen. "Unser Boss ist kein großer Androidenfan, ihr versteht das sicherlich, und jeder Abweichler ist einer zu viel." Abnehmen und zerstören also, oder zerlegen, oder neu zusammenfügen. Ich knirschte mit den Zähnen, denn es war mir schmerzlich bewusst, dass ich vor kurzer Zeit nicht anders gesprochen hatte, als ich Connor damit gedroht hatte, dass Androiden in letzter Zeit häufig auf mysteriöse Art und Weise angezündet worden waren. Nines würde mir heute dafür den Hals umdrehen, zurecht.

#33 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 14.03.2021 21:22

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Der Schlag gegen mein bein tat verdammt weh und ich konnte eben noch einen Schmerzenslaut herunterschlucken, stattdessen stieß ich nur leicht die Luft durch die Nase aus und dachte lieber nicht daran was bei meinem Bein jetzt vielleicht kaputt war, mit etwas Glück ja gar nichts und mit noch mehr Glück würde ich nicht mehr lange genug leben um es herauszufinden. Ich biss nur noch mehr die Zähne zusammen, als uns nun die Fragen eröffnet wurden. Natürlich, sie hatten nichts gutes mit Nines und Connor vor, aber ich würde eher elendig verrecken als Connor in Gefahr zu bringen. Abweichler? Die? Die können sich doch nichtmal selbst dazu entscheiden dir einen Kaffee zu bringen, verdammte, nutzlose Plastikarschlöcher, alles muss man denen vorkauen. Etwas was bei Connor nie nötig gewesen war, selbst vor seiner Abweichung und Nines wäre da sicherlich auch nicht anders gewesen, wäre er nicht quasi von Anfang an ein Abweichler gewesen.

#34 RE: Das Metrosystem von Gavin Reed 14.03.2021 23:50

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Es sind Maschinen, die jedem unserer Willen gehorchen, mehr nicht, sie haben schließlich kein Gehirn. Aber einen verdammt guten Prozessor, ich konnte beinahe die klugscheißerische Stimme von Nines in meinem Ohr hören und verdammt, ich wünschte mir so sehr, dass er hier war, genauso sehr wie ich mich dafür verfluchte, dass er überhaupt in Gefahr kommen hätte können. Ich lehnte mich zurück und grinste abfällig. Du solltest nicht von dir auf andere schließen. Ein weiteres Mal donnerte die Brechstange nieder, dieses Mal in Richtung meines Gesichts, ich hatte Glück, dass ich noch etwas Spielraum mit meinem Kopf hatte, weshalb sie nur schmerzhaft über meiner Augenbraue mit meinem Kopf kollidierte und nicht mitten in mein Gesicht. Trotzdem tropfte sofort rotes Blut über und in mein Auge hinein, auch wenn ich den Schmerzlaut unterdrücken konnte. "Wenn es nur Maschinen sind, wo liegt dann das Problem sie uns einfach auszuleihen?" Er grinste nur überheblich, während er sich wieder zu dem Tisch aufmachte und dann dem "Kasten" deutete, er sollte doch einmal die "körperliche Arbeit" übernehmen. Ich hatte noch weniger Lust auf den, denn auch wenn der andere bereits bedrohlich war, dieser Kasten von einem Mann hatte sicherlich noch deutlich mehr Kraft.

#35 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 15.03.2021 07:10

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Ich machte nun wirklich den Versuch nach Gavin zu treten, er war wirklich ein Idiot, was war der Zweck darin zu versuchen ihn vor Schaden zu bewahren, wenn er die Klappe nicht halten konnte? Weil unser Boss wesentlich eindrucksvoller ist als ihr Schwanzlutscher und er für die Teile bezahlt hat. Mein Ton war so als wäre das ja wohl offensichtlich. Die Waffe der Wahl unseres noch breiteren und offenbar etwas dümmeren Freundes war ein schwer aussehndes Stahlrohr, welches schwer über den Boden schleifte ehe er es anhob, als wäre es nicht schwerer als ein paar Federn. "Ihr dürft euch aussuchen was ich euch als erstes breche, die Arme oder die Beine." Ohne Zweifel hätte er uns auch gerne das Kiefer gebrochen, aber ein Mann mit gebrochenen Kiefer konnte nicht plaudern. Wenn du genug Kraft hast auch nur eine Fliege zu zerquetschen fresse ich einen Besen. Es war offenbar leichter ihn wütend zu machen als seinen Freund denn schon krachte die Stange gegen meinen rechten Arm, die Wucht brachte meinen Stuhl fast zum umkippen. "Dann fang mal an zu fressen." Du bist wirklich nicht die hellste Birne im Leuchter. Es war schwer mich durch den Schmerz zu kämpfen um gleich wieder sprechen zu können, doch ich schaffte es die paar Worte hervorzupressen.

#36 RE: Das Metrosystem von Gavin Reed 16.03.2021 19:16

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Hank unternahm vielleicht den Versuch mich zu treten, aber es wollte aus unserer Position einfach nicht so richtig klappen, nicht verwunderlich, so angebunden, wie wir denn waren. Stattdessen begnügte er sich offenbar damit, den Typen weiterhin zu provozieren, so sehr, bis er ihm ein Stahlrohr gegen den Arm bretterte. Ich bewunderte Hank ehrlich dafür, dass er selbst dann noch die Fresse aufriss, aber ich konnte kaum verhindern kurz die Augen zu schließen, denn das Geräusch hatte alles andere als schön geklungen. Hey, Schlappschwanz! Ehrlich, wenn es jemand verdient hatte verprügelt zu werden, dann so ein selbsternanntes Arschloch wie ich. Wie fühlt es sich eigentlich an, seine ganze Wut an einem wehrlosen Tattergreis auszulassen? Ich hoffe du machst das immer so im Leben, du Erbsenhirn, so wie du aussiehst mussten deine Eltern ja Geschwister gewesen sein.

#37 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 16.03.2021 19:22

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Gavin bekam das Stahlrohr auch ab, es sauste zur Abwechslung mit viel Schwung gegen sein Knie, weil er natürlich nicht die Klappe halten konnte. Wirklich, wenn wir beide das überlebten würde ich ihn am Hafen ins Wasser werfen, er konnte doch sicher nicht schwimmen mit diesem riesigen, schweren Ego. Es fiel dem Kasten offenbar sehr schwer sich zu zügeln und uns nicht beiden den Schädel einzuschlagen, der Griff um sein Stahlrohr, selbst nachdem er Gavin schon eins verpasst hatte, sprach dafür, doch trotzdem wandte er sich noch einmal wütend an seinen Kumpel. "Können wir sie nicht einfach umbringen und neue Typen holen?"

#38 RE: Das Metrosystem von Gavin Reed 17.03.2021 20:35

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Mein Knie gab ein unangenehmes Knacken von sich, ich stieß etwas krampfhaft Luft aus, aber verhinderte gerade noch einen Schmerzlaut, als ich meine Zähne zusammenbiss. "Wie oft noch, die anderen haben keinen Androiden-Partner?", fuhr die "Nervensäge" mehr uns als den "Kasten" an, denn er wirkte genauso entnervt, "Vielleicht brauchen sie einfach ein wenig... andere Motivation." Er grinste vielversprechend, als wäre ihm gerade eine Idee gekommen, er war definitiv das Gehirn hinter dieser Operation. "Hole mir mal Antje und Hannan, ich glaube die beiden werdne mehr Erfolg haben."

#39 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 17.03.2021 21:08

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Wirklich, die beiden waren gut informiert und hatten sich die einzigen Personen herausgesucht, die ihnen die gewünschten Informationen geben konnten, aber leider eben auch die mit den dicksten Schäden. "Ach ja. Der Kasten ließ sein Rohr sinken und trottete dann brav weg, zur Tür, die aus dem Raum führte. "Ich hole sie. Antje! Hannnan!" Oh fantastisch, die großen Männer wissen nicht weiter und jetzt holen sie die kleinen Mädchen. Auch wenn ich durchaus genau wusste wie viel Schaden eine Frau anrichten konnte. Scheiß auf "Schwächer als Männer", solche Leute hatten noch nie von einer wütenden Frau eine in die Fresse bekommen.

#40 RE: Das Metrosystem von Gavin Reed 18.03.2021 10:24

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"Oh, aber unsere Mädchen sind gar nicht so klein.", antwortete die "Nervensäge" nur überheblich grinsend, als plötzlich zwei Frauen in mein Sichtfeld traten und ich plötzlich ganz genau verstand, was er meinte. Eine der beiden war groß und etwas dünn, trug allerdings allerdings einen sehr blutdürstigen Blick in den Augen, während sie ihre Schlagringe aneinanderschlug. Antje, wenn ich richtig lag. Die andere, Hannan, war kleiner, wirkte dafür allerdings deutlich stärker. Na toll., dachte ich nur, während sich Antje mir zuwandte, es war nicht das erste Mal, dass mir ins Gesicht geschlagen worden war, und es würde sicherlich auch nicht das letzte Mal sein. Aber es war das erste Mal, dass ich mit einem solchen Schlagring verprügelt wurde, ich konnte ja nicht behaupten, dass ich es besonders genoss. Metall schlug gegen meinen Kiefer, meine Wangen, meine Nase, meine Schultern, meinen Bauch, immer und immer wieder. Ein besonders harter Schlag traf auf die Seite meines Gesichts, ich schmeckte Kupfer, und für eine Sekunde verschwamm mein Sichtfeld. Allerdings wurde ich nicht ohnmächtig, die Frau schien genau zu wissen, was sie tat. Phck. Aber sie hörte auch nicht auf, verdammte Kriminelle, stattdessen schlug sie mir in den Bauch, dass ich mich krümmte und dann direkt in den Hals. Dieser Schlag schmerzte mehr als jeder andere der Schläge zuvor, ich versuchte zu atmen, aber ich konnte nicht, es tat nur alles weh, während ich einige Momente um Atem rang, bevor es endlich wieder aufhörte.

#41 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 18.03.2021 12:23

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Ach scheiße. Das würde schmerzhaft werden. Gerecht wie diese Kriminellen waren bekam jeder von uns eine der Damen zugeteilt, Gavin bekam die jenige mit den Schlagringen ab, Antje wie es schien, während sich mir die kleinere der beiden, das war dann wohl Hannan, zuwandte. Wie ich bald erfahren durfte beherrschte sie offenbar diverse Kampfsportarten, die ihr eine sehr beeindruckende Beweglichkeit verliehen. Gut, ich war ein leichtes Ziel, fett und festgebunden wie ich hier war, doch sie wollte offenbar angeben und mir die Scheiße auch aus dem Körper treten, ich war mir nicht sicher ob ich nicht doch lieber die Schlagringe gespürt hätte, wer wusste schon wo diese Schuhe schon überall gewesen waren? Nun waren sie jedenfalls in meinem Gesicht, in meinem Schritt und gefühlt auch in meiner Brust und meinem Bauch. Ich spuckte bald mein eigens Blut aus und wenn mein Arm zuvor noch nicht ernsthaft beschädigt gewesen war, dann war er es jetzt. Atmen wurde zunehmend schwieriger und meine Augen begannen zuzuschwellen, doch ich war noch gut bei bewusstsein und auch mein Kiefer war, abgesehen von ein paar Prellungen, noch gut in Takt, gut genug auf jedenfall um sprechen zu können, enen ich es gewollt hätte. Das konnten sie aber ganz schnell wieder vergessen, lieber würde ich mich totprügeln lassen als den Mund aufzumachen und Connor zu verraten, ich hatte es immerhin ja auch verdient, oder etwa nicht?

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#42 RE: Das Metrosystem von Gavin Reed 18.03.2021 18:40

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Nun, die "kleinen Mädchen" wie sie Hank so nett bezeichnet hatte, davon abgesehen, dass ich mir ziemlich sicher war, dass diejenige, die mich gerade zu Brei verprügelte, auch noch größer war als ich, schienen erstmal zufrieden mit uns fertig zu sein, denn sie zogen sich wieder zurück. "Jetzt mach was, Idiot.", sagte Antje nur abweisend und die "Nervensäge" schritt wieder zur Tat. Dieses Mal schritt er wieder an dem kleinen metallenen Tisch vorbei, bevor er ein Messer davon packte und es prompt an meine Kehle hielt. Ganz großartig, ich bekam nämlich noch immer kaum Luft und meine viel zu schnellen Atemzüge ließen die Klinge wieder und wieder über meine Haut streifen. "Ich frage noch einmal, bevor der Kleine hier stirbt. Vielleicht lockert das ja deine Zunge, wir brauchen schließlich nur einen von euch, um wirklich Gewinn zu machen." Oh, fuck me. Ich sah aus dem Augenwinkel zu Hank und schüttelte nur den Kopf, es mochte sein, dass wir uns früher sehr nahe gestanden hatte, dass wir seit dem Tod von... Cole immer mehr Hass aufeinander gesammelt hatten. Aber er musste sich nicht schuldig für meinen Tod fühlen, wenn der Typ es überhaupt wirklich durchziehen würde, das würde ich dann wohl noch sehen. Ich starrte den Typen vor mir also einfach wütend an, während ich innerlich debattierte, ob mich jemand denn überhaupt wirklich vermissen würde.

#43 RE: Das Metrosystem von Hank Anderson 18.03.2021 20:00

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Fuck. Fuck! Scheiße, fuck. Verdammter Mist! Ich konnte mich kaum rühren und nun hatte Gavin ein Messer an der Kehle. Ich konnte nicht zulassen, dass er starb, anders herum wäre es ja noch in Ordnung gewesen, ich hatte nun zwar einen Grund zu leben, einen verdammt guten sogar, aber wenn die Wahl zwischen einem verbrauchten Versager wie mir und einem Arschloch wie Gavin, der der Welt aber immerhin noch etwas zu geben hatte, stand, dann war meine Entscheidung ganz klar. Ich musste mir etwas ausdenken, Zeit schinden, ohne Zweifel würde man uns finden, so schnell wie Connor und Nines arbeiteten vermutlich eher früher als später, aber bis dahin konnte Gavin schon tot sein und das konnte ich nicht zulassen. Okay, scheiße, lass den Jungen los, und stell deine Fragen, klar? Mir würde etwas einfallen. Irgendetwas, wenn er nur dieses verdammte Messer da wegnahm. Gavins Kopfschütteln ignorierte ich, wir mochten uns seit langem schon nicht mehr Grün sein, aber wir hatten uns einst nahe gestanden und er war doch noch ein halbes Kind, jedenfalls in meinen Augen, außerdem war er eben doch ein kollege den ich nicht ans wortwörtliche Messer liefern würde. es würde mir etwas einfallen womit ich weder ihn, noch Connor oder seinen Bruder gefährdete. Etwas, was sie beschäftigte bis die Kavallerie eintraf, denn auch in meiner langsam einsetzenden Verzweifung glaubte ich fest daran, dass Connor und Nines bereits auf dem Weg hierher waren, ich musste nur dafür sorgen, dass Gavin am Leben blieb.

#44 RE: Das Metrosystem von Connor 18.03.2021 21:41

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(<< CPD)
Wir waren beide die modernsten und besten Modelle die CyberLife je entwickelt hatte. Es war also kein Wunder – dass wir bald einige Verdachte und Spuren hatten – denen wir auch so gleich nach gingen. Meine LED blinkte noch immer rot – aber hin und wieder war sie in den gelben Modus gewechselt – denn ich musste einen kühlen Kopf bewahren damit ich mein System nicht überlastete. Nines an meiner Seite war eine große Unterstützung. Aber auch seine LED konnte mich nicht anlügen. Er mochte eine sehr harte Fassade haben – und einen eiskalten Blick – aber er konnte mich auch mit seinen grauen Augen nicht täuschen. Er machte sich Sorgen. Nur ging er damit auf eine andere Weise um. Aber wir beide steckten trotzdem unsere gesamte Energie dort hinein Hank und Detective Reed ausfindig zu machen. Ich hatte mit den Menschen gesprochen. Und Nines hatte die Führung übernommen sobald diese unkooperativ geworden waren. Auch wenn sich die aller meisten dafür entschieden uns in unserer Sache zu helfen. Mit großer Wahrscheinlichkeit lag das an unserem Anblick. Ich konnte es nicht direkt beurteilen – was einem Menschen Angst machen würde – aber Nines und ich arbeitete mit einer unausgesprochenen Genauigkeit. Wir brauchten keine Worte um uns zu verständigen. Auch keine Blicke. Wir funktionierten als eine Einheit. Es war schwer nicht daran zu denken das uns Amanda ohne Zweifel als Asset gesehen hätte – hätte sie nicht versucht mich mit ihm direkt zu ersetzen – anstatt uns gemeinsam existieren zu lassen. Aber unsere Zusammenarbeit lohnte sich. Wir bekamen einen 'Tipp'. Ein verlassener Schacht im Metrosystem. Offenbar für eine gewisse Gruppe eine Art Safehouse.
Dieses Mal hatte ich das Fahren übernommen. Wir hielten mit zielsicherer Genauigkeit genau vor dem nahestehenden Zugangsort zum Metrosystem – den unsere Datenbank hatte finden können. Nines stieg als Erstes aus dem Auto aus. Und ging um den Wagen herum – um den schweren Koffer aus dem hinteren Teil zu holen – er drückte mir stumm eine Waffe in die Hand. Glock 19 // Glock Kaliber 9 × 19 mm. // Volles Magazin. Unsere Modelle waren nicht standardmäßig mit einer Waffe ausgestattet. Allerdings beherrschte ich – dank meiner Programmierung – den Umgang mit jeder Schusswaffe. Ich entsicherte die Waffe. Nines und ich bewegten uns als einzige Einheit während wir Rücken an Rücken uns den Weg ziel genau bahnten. Dorthin wo wir den verlassenen Schacht im Metrosystem laut unseren Berechnungen vermuteten. Als Erstes nahmen wir eine unbekannte Stimme wahr. 'Ich frage […] bevor der Kleine hier stirbt. Vielleicht […] wir brauchen schließlich nur einen von euch […] zu machen.' Und dann eine sehr Bekannte. Vor allem für mich. Hank. 'Okay […] lass den Jungen los […] klar?' Selbst mit unseren Komponenten konnten wir nicht den gesamten Satz entziffern. Allerdings war die reine Erwähnung eines Todes bereits genügend. Hank ist noch am Leben. Meine LED drehte sich auf Blau. Im nächsten Moment trat Nines bereits die Tür ein und wir präsentierten uns Seite an Seite. Direkt vor uns standen zwei Frauen. Doch nur eine der beiden drehte sich rechtzeitig um. Die andere bekam direkt die erste Kugel ab. Eine in das Knie. Eine in die Schulter. Sie ging zu Boden. Nowikow, Antje. Geboren: 13.04. // Bodyguard. Vorstrafen: Mord, Diebstahl, Schwere Körperverletzung, Üble Nachrede. Die andere schaffte es allerdings nach ihrer Waffe zu greifen – während Nines die Tür ein trat – und schoss damit nach mir. Zum Glück traf sie nur meine Schulter. Blaues Thirium spritzte über meine Jacke und beschmutzte ebenfalls mein Hemd. Während ich meine Pistole bereits auf den Kidnapper – der Hank am nächsten stand – richtete und abdrückte. Delfino, Frank. Geboren: 13.02. // Söldner. Vorstrafen: Mord, Totschlag, Erpressung, Entführung, Dokumentenfälschung. Meine LED blieb trotz der Verletzung vollkommen blau. Die Kugel war direkt durch meine Schulter passiert. Eine einzelne Haarsträhne fiel mir über die Stirn.

#45 RE: Das Metrosystem von Nines 18.03.2021 21:53

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(<< CPD)
Es mochte sein das in unserer Suche meine Gefühle manchmal über Hand genommen hatten – das meine LED nicht immer vollkommen hellblau geblieben war. Das sie manchmal geflackert hatte. Wie auch Connor hatte ich mir ebenfalls eine Waffe mit genommen. Die Waffe die im Normalfall von unseren Polizisten verwendet wurde – zumindest von den Officer in Training. Sie war eine der beliebtesten Schusswaffen – besonders für Sicherheitskräfte oder Polizei. Tatsächlich hatte ich sie allerdings wegen ihrer Verlässlichkeit gewählt. Glock 19 // Glock Kaliber 9 × 19 mm. // Volles Magazin. Ich wiegte sie eine Sekunde in der Hand – um mein System darauf an zu passen. Bevor ich die Waffe ebenfalls entsicherte und Connor in das Metrosystem folgte. Wir wurden auch bald fündig. Ein verlassener Schacht in einer verlassenen Gegend. Lange unverbaubar – einsturzgefährdet – und daher für Menschen uninteressant. Nur offenbar nicht für alle Menschen. Meine LED war nun vollkommen ruhig und blau. Ich hatte bereits längst mein Combat-Analyse-Programm aktiviert. Es war schließlich das – für das ich geschaffen worden war – ein Jäger zu sein. Jemanden zu verfolgen – ihn zu erlegen – ihn mit einem Gnadenschuss die Qual des Weiterlebens zu ersparen. Doch gerade verfolgte ich noch eine viel größere Motivation. Ich hatte nicht vor Gavin Reed sterben zu lassen. Nicht nach dem wir es endlich geschafft hatten unseren ersten großen Fall zu lösen. Nicht nach dem wir endlich zu richtigen Partnern geworden waren. Nicht nach dem ich meine feste Stelle am CPD – unter anderem auch wegen ihm oder Connor – angenommen hatte.
Onwuatuegwu, Hannan. Geboren: 24.08. // Söldner. Vorstrafen: Mord, Totschlag, Erpressung. Sie kam als Erstes in mein Visier als ich die Tür eintrat. Ich konnte nicht schnell genug meinen Arm heben – als die Menschenfrau bereits feuerte – zu meinem Glück allerdings in der Eile mit einem schlampigen Ziel – aber sie traf dennoch meinen Bruder. Wir standen Rücken an Rücken an einander. Es war schwierig seine Verletzungen ein zu ordnen. Allerdings konzentrierte ich mich zuvor darauf meine Ziele aus zu schalten. Wir waren als Androiden doch deutlich stabiler als so ein Mensch. Im Gegensatz zu Connor zielte ich direkt auf den Kopf. Connor war immer als Ermittler konzipiert worden. Als jemand der auf sozialer Ebene verhandelte und so seinen Fortschritt machte. Aber ich war niemals so angedacht worden. Ich verfolgte immer noch eine militärische Präzision. Und ich wusste – das es selbst als Android hier mein Recht war diese Menschen zu töten – weil sie das Leben der Polizisten bedrohten. Die erste Frau fiel zu Boden. Sofort leblos. Neben der noch atmenden von Connor. Dann richtete ich meine Pistole auf den letzten Mann in der Runde – der noch auf beiden Beinen stand – und schaltete ihn ebenfalls mit einem gezielten Kopfschuss aus. Garcia, Jay. Geboren: 11.12. // Privat-Bodyguard. Vorstrafen: Mord, Totschlag, Schwere Körperverletzung. Sofort beendete sich mein Combat-Analyse-Programm. Es befanden sich keine weiteren Gefahren in unserer Nähe. Ich scannte Connor – seine Schulter – ebenfalls kurz. Schusswunde // Durchschuss. // Mögliche Ursache: Ruger GP100. Meiner Analyse nach zu folgen würde er es problemlos reparieren können. Es hatte eine nicht wichtige Stelle getroffen – keinen der Thirium-Schläuche – kein Teil musste ersetzt werden. Es war hauptsächlich die Haut beschädigt worden. Die Kugel hatte sich unter der Schulter durch geschleust. Es hatte sonst nichts getroffen. Ich legte ihm dennoch für eine kurze Sekunde die Hand auf die Schulter. Bevor ich auch bereits einige Schritte auf Gavin zu machte. Eine einzelne Haarsträhne war auch mir über die Stirn gefallen. "Es scheint als hottest du dich in ein ganz schönes Schlamassel gebracht Gavin." Meine LED blinkte eine Sekunde gelb. Gavin war verletzt – mein Scanner blinkte voller Meldungen – aber er atmete. Er lebte noch. Ein Messer lag direkt vor seinen Füßen. Ich verständigte sofort die Rettung.

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