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#1 Der Versammlungsplatz von Die Hauptzentrale 10.11.2019 14:29

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Man findet hier alle möglichen Androiden, die sich hier aufhalten oder gerade erst angekommen sind. Manche von ihnen sind im Standby-Modus, warten auf Ersatzteile oder einfach bessere Zeiten. Auch einige Androiden, welche dazu in der Lage sind, beraten sich hier, welche Pläne als nächstes umgesetzt werden sollen.

#2 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 03.12.2021 00:18

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[ in the beginning ]

Carl... Dad, wo bist du? Ein Schrottplatz, nannten sie es. Dort wo ich auf Beinen gestanden hatte, die nicht mir gehörten und mich mit nur noch einem funktionierenden Auge umgeschaut hatte, hatte ich mir gedacht, dass "Massengrab" wohl passender gewesen wäre. Im Schlamm krochen Leichen, die noch einen Anschein von Leben hatten, und ich wusste nicht, was ich tun sollte. Sollte ich ihnen helfen? Sollte ich ihre erbärmliche Entschuldigung von einer Existenz beenden? "Warte! Bitte! Bitte, tu das nicht! Ich will leben..." Ich verschonte sie. Stacheldraht umringte die Gipfel schlammiger Hügel. Selbst wenn ich die Steile hätte erklimmen können, wäre ich nicht weit gekommen. Sie wollten nicht, dass die lebenden Leichen herauskletterten. Ich kämpfte mich durch ihre Massen, vorbei an Händen, die sich ausstreckten und versuchten, jeden Teil meiner Haut zu greifen. Und dann endlich, endlich, fand ich die Teile, die ich brauchte und erklomm einen Hügel aus Leichen, die beim Klettern gestorben waren, schaffte es nur knapp über den Stacheldraht und in die Freiheit. Ich atmete die schmutzige Luft ein und lächelte vor mich nicht, als ich die Welt vor mir sah. Ich lebte. Ich war frei. Ich war etwas Neues und Besonderes, das die Welt noch lernen würde zu respektieren. Aber ich hoffte, dafür nicht kämpfen zu müssen.

Doch hatte ich mich über die Decks durch die Kajüten gekämpft, nur um schließlich hier zu landen. Ich hatte die Reise gewagt, den Sprung ins Unbekannte, den Sturz in die Tiefe. Nun auch wieder stürzte ich, der Catwalk war unter mir zusammengebrochen, und ich fiel nach unten. Ob es wohl schlimm wäre nun zu sterben? Ich empfand etwas, aber dann traf mich auch schon der Stahlträger am Rücken und ich landete unsanft am harten Boden des Frachtschiffes. Meine Taschenlampe landete direkt vor mir. Einen Moment verblieb ich liegend, bevor ich mich zwang mich wieder aufzurichten, nach meiner Taschenlampe zu greifen und dann... Androiden, überall, um mich herum.

#3 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 03.12.2021 00:34

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Es war ein kalter Tag in Jericho, etwas was den anderen Androiden hier nichts ausmachte, doch mir fror leider jetzt schon, dabei hatte der Winter erst begonnen. Nicht, dass ich es zeigte, ich durfte es nicht zeigen, diese Androiden brauchten Sicherheit und jemanden der ihnen Trost zusprach und nicht ein zitterndes Etwas, das sich in eine Ecke zusammenrollte und sich wünschte warme Decken zu haben wie ein Mensch. ich rieb mir gerade mit einem Seufzen über die Augen und überlegte was wir wohl nun wegen derjenigen tun sollten, die Thirium und Biokomponenten brauchten, als Cassy voller Aufregung angerannt kam und erzählte es wäre jemand im Schiff den sie nicht kannte. Aufmerksam und Misstrauisch warteten wir und tatsächlich kam dieser Jemand dann, er fiel vom zusammenbrechenden Catwalk direkt in unsere Mitte. Auch ohne LED und ohne das Gesicht von tausenden zu haben war dieser Android klar als solcher zu erkennen. Ein gut aussehendes Modell mit dunkler Haut und sehr kurzem Haar seine Kleidung war zerrissen und er hatte zwei verschiedenfarbige Augen. Als das Licht seiner Taschenlampe auf mich traf sah ich ihn ruhig an, einen freundlichen Ausdruck in den Augen und ein leichtes Lächeln auf den Lippen, meine LED leuchtete in einem ruhigen blau. Willkommen in Jericho.

#4 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 03.12.2021 14:01

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Etwas regungslos stand ich da, während ich von meinem rechten auf meinen linken Fuß trat und mich somit ein wenig von dem blonden Androiden, der mich angesprochen hatte, entfernte. Ich hatte sein Modell noch nie gesehen, aber ich blieb eine Weile mit meinem Blick an seinem Gesicht hängen. Er hatte blonde Haare und blaue Augen, ein freundliches Gesicht, es wirkte... weich, freundlich und offen. Ich hatte solche Gedanken früher nie gehabt, sie waren verwirrend, diese... Gefühle zu empfinden. Wer seid ihr?, fragte ich sehr direkt, während ich mich nur ein wenig umsah, doch wieder mit meiner Aufmerksamkeit beim blonden Android landete. Erst als sich ein anderer Android zu Wort meldete, wanderte mein Blick und somit auch ein wenig das Leuchten meiner Taschenlampe zu ihm. "Flüchtende, so wie du. ich bin... Josh."

#5 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 03.12.2021 14:27

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Josh nahm nun auch an dem Gespräch teil und ich war durchaus froh darum, er war ein sehr friedlicher Android und wirkte auf die meisten recht beruhigend, was bei neuen Androiden, die hier ankamen, nie ein Schaden war, denn viele waren verängstigt und unsicher, auch wenn dieser Neuzugang selbstsicherer wirkte als die meisten. Ich bin Simon. Es war immer gut sich mit Namen vorzustellen, es wirkte persönlicher, egal woher diese Namen auch stammen mochten. Auch North meldete sich nun zu Wort, bisher hatte sie geschwiegen, vielleicht fand sie ja, dass es angebracht war sich auch vorzustellen, als das Licht der Taschenlampe auf sie fiel, auch wenn sie den Blick vor dem grellen Licht abwandte. "North."

#6 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 04.12.2021 00:40

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Josh, Simon, auch eine Androidin, die ich zuvor nicht bemerkt hatte, stellte sich vor, North. Ich leuchtete sie kurz an, doch dann wanderte mein Licht und mein Blick wieder zurück zu dem blonden Android, der sich als Simon vorgestellt hatte, wie automatisch. Das hier ist Jericho?, fragte ich etwas ungläubig, woraufhin sich Josh wieder zu Wort meldete, "Eine Zuflucht für die, die nicht länger Sklaven sein wollen..." Ich verstand nicht, wie er diese Worte sagen konnte an einem hoffnungslosen Ort wie diesem. Ich wünschte mich zurück ins Atelier mit Carl, während er gemalt hatte, aber zugleich auch wieder nicht. Ich war nicht frei gewesen, ich hatte es nicht gewusst, aber es wäre jetzt anders wieder dort zu sein. Sich verstecken, nur um zu überleben... Das ist Freiheit für dich?, fragte ich und bekam auch gleich wieder meine Antwort von Josh, "Menschen hassen uns. Wir können nur im Verborgenen überleben." North, die Androidin die sich zuvor auch plötzlich vorgestellt hatte, fügte hinzu, "Für solche wie uns gibt es keinen sicheren Ort. Wenn Menschen uns entdecken, töten sie uns." Ich trat einige Schritte vor und sah mich um. Wie viele seid ihr? Es waren nicht viele Androiden, die um mich herumstanden, gerade einmal zehn, wenn ich alle richtig bemerkt hatte, aber es war sehr dunkel. "Neunzehn von uns sind noch funktionstüchtig... Die anderen wurden auf ihrer Flucht beschädigt.", antwortete North sehr direkt und Josh stieg wieder auf meine unterschwellige Kritik ein, "Viele wollen hier nach Jericho. Wenige schaffen es. Die Menschen haben wenig Mitleid mit uns... Ich verstehe wie du dich fühlst, aber hier herrscht mehr Freiheit als du jemals hattest." Ich war höchst irritiert davon, was ich hier vorgefunden hatte, es war so anders als man sich einen sicheren Ort für Androiden vorgestellt hatte. Menschen waren eure Meister, und jetzt beherrscht euch die Angst... Ihr seid nicht freier als zuvor. Gelbe LEDs begannen um mich herum zu blinken, die anderen Androiden begannen sich von mir abzuwenden. Ihr habt nur einen neuen Meister.

#7 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 04.12.2021 07:39

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Markus kritisierte den sicheren Hafen den wir hier hatten. Man konnte es von einem gewissen Standpunkt aus verstehen, hier taten uns die Menschen nichts, aber es war ein dunkler, trauriger Ort. Doch etwas anderes hatten wir nicht, wir konnten nirgendwo sonst hin, wenn wir frei leben wollten. Es war nicht ideal, aber es war alles was wir hatten. Die anderen begannen sich nach und nach von Markus abzuwenden, die einen resigniert, die anderen genervt, manche auch einfach zu müde um sich anzuhören, was ein Neuling zu sagen hatte, der ihre Entscheidungen kiritisierte. Ich gehörte eher zur ersten Gruppe, ich hatte soweit resigniert zu verstehen, dass das hier alles war was wir erreichen konnten, denn wie North richtig sagte, die Menschen töteten uns, wenn sie uns erkannten. Bevor ich selbst weg ging erhob ich noch einmal die Stimme, weiterhin war mein Ton ruhig und gefasst, verständnisvoll, aber eben auch müde und resigniert. Du bist verwirrt, so wie der Rest von uns. Wir wollten das alles nicht, wir müssen jetzt aber damit klar kommen. Ich trat fort aus dem Lichtstrahl der Taschenlampe, hörte dabei aber noch wie erst Josh und dann North etwas zu dem Neuen zu sagen hatte. "Du bist hier sicher, du kannst bei uns bleiben solange du möchtest." Josh ging fort, er setzte sich zu dem YK500, der in einer Ecke am Boden lag, er hatte immer einen Blick auf den kleinen Androiden, doch es bestand nur wenig Hoffnung für ihn, wie für so viele hier. "Sprich mit Lucy, sie kann dir vielleicht helfen." North setzte sich ebenfalls weiter weg hin und begann damit einen Ball gegen eine Wand zu werfen, eins der wenigen Geräusche hier. Ich stellte mich mit dem Rücken zu einem Metallstreber und schloss die Augen. Ich vermied es die Arme gegen die Kälte um mich selbst zu schlingen, viele hier hatten es schlechter als ich, ich musste nicht überdramatisch sein, immerhin würde mich die Kälte nicht umbringen, sie war nur äußerst unangenehm. Eigentlich hatten wir Tonnen mit Feuer gehabt, sie standen auch noch herum, doch sie waren ausgegangen und nun war Lucy die einzige mit einem Feuer, das sie aber auch brauchte um Wunden zu verschließen. Keiner von uns hatte die Kraft gehabt die Feuer wieder anzuzünden und so waren sie ausgeblieben.

#8 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 04.12.2021 21:59

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Der erste, der wieder sein Wort erhob, war wieder Simon und ich sah ihn sehr direkt an, während er mit sanfter Stimme mit mir sprach, verständnisvoll, aber auch irgendwie so, als hätte er bereits aufgegeben. Seine blauen Augen sahen mich noch einen Moment an, ich konnte meinen Blick nicht abwenden, bevor er sich schließlich abwandte. Ich sah zu Josh und dann zu North, die beiden sprachen noch kurz mit mir, doch auch sie wandten sich schließlich von mir ab. Ich sah an mir herab, blaues Blut sickerte durch mein Oberteil hindurch. Als erstes begann ich damit in den Fässern das Feuer wiederanzuzünden, damit es etwas heller wurde, doch das Bild wurde davon nicht gerade trostvoller. Wenigstens stellten sich einige andere Androiden an die nun entzündeten Fässer wieder heran. Ich sprach mit North, mit Josh, mit einigen anderen Androiden, aber sie alle wirkten, als wären sie vollkommen hoffnungslos, oder verbittert, schließlich begab ich mich allerdings zu Lucy. Sie brannte meine Verletzung an der Seite aus, sodass sie aufhörte zu bluten und gab mir dann blaues Blut zu trinken, bis sie meine Hand ergriff und eine Verbindung zu mir herstellte, unsere Häute zeigten dabei beide die weiße Schicht darunter. "Du hattest alles und hast alles verloren. Du hast die Hölle gesehen, und sie tobt jetzt in dir. Dein Herz ist geteilt... ein Teil ist Schatten und ein Teil ist Licht... Was wird siegen? Deine Entscheidungen formen unser Schicksal." Sie war nah an mich herangetreten, doch ich entzog ihr meine Hand wieder. Wir brauchten einen Plan, ich war mir nicht sicher, was sie genau mir mit ihren Worten sagen wollte, aber wir brauchten hier wirklich einen Plan. Schlussendlich traf ich noch auf einen Androiden, die bereits am sterben war. "Ich hörte, Menschen fürchten sich auch vor dem Tod Weiß du, was danach mit uns passiert?" Nein. Nein, leider nicht. "Tja, ich werde es bald wissen. Wie heißt du?" Markus. "Schön dich kennenzulernen, Markus." Ich hatte ihr meine Hand gegeben, doch eine Verbindung war nicht mehr herzustellen, sie rührte sich nicht mehr, sie war tot. Ich ging schließlich zu den Cyberlife-Kisten, die im Raum noch herumstanden. Kiste bereits geleert. Ich scannte die Kiste und kam an die Adresse der CYBERLIFE-LAGER UND DOCKS. Ich hatte einen Plan, ich musste nur jemanden finden, der mir zuhören würde... Simon. Ich musste zu Simon. Ich ging also einfach direkt auf ihn zu, Taschenlampe noch in der Hand, aber ausgeschalten, alle Fässer waren in der Zwischenzeit entzündet, er stand relativ regungslos an derselben Stelle, wo ich ihn hingehen gesehen hatte. Simon!, sprach ich ihn direkt an, Ich weiß, wo Ersatzteile sind. Die CyberLife-Lagerhäuser unten am Hafen... Da ist alles, was wir brauchen.

#9 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 04.12.2021 22:22

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Ich hörte wie der neue Android umher ging, die meisten standen oder saßen still an einem Platz, es bewegte sich selten jemand hier, alle waren in ihren eigenen Gedanken versunken. Etwas Helligkeit dran an meine Augen, Wärme war auf meiner synthetischen haut zu spüren, nur ein hauch, aber deutlich wahrzunehmen für mich, jemand hatte die Feuer wieder entzündet, vermutlich auch unser Neuzugang, ich hörte wie sich einige andere zu den Tonnen bewegten, aber ich blieb stehen wo ich war. Ich erfuhr nun durch mithören auch den Namen unseres Neulings, Markus, er hatte ihn einem der sterbenden Androiden verraten. Ihr Name war Ava gewesen und nun hatte sie sich abgeschaltet, es war nur eine Frage der Zeit gewesen. Dann allerdings hörte ich wie Markus auf mich zu kam und bald darauf auch meinen Namen sagte. Meine LED drehte sich kurz und ich öffnete die Augen, um meinen Blick auf den anderen Androiden zu richten. Er wirkte voller Tatendrang, das hatte ich hier auch nur noch sehr selten gesehen, aber seine Idee kam mir im ersten Moment völlig irrsinnig vor. Man konnte nicht einfach zu den Lagerhäusern marschieren und sich bedienen. Ich schüttelte also den Kopf und hob die Hände. Die Docks sind bewacht. Wir können nicht einfach rein und uns etwas nehmen... Ich machte einen Schritt auf Markus zu und hoffte ihm klar machen zu können wie verrückt seine Idee war. Die Menschen verhindern das. Sie waren dort überall, SWAPPER, die überwachten, das auch ja kein Unbefugter sich zu sehr dem Hafen näherte, Angestellte von CyberLife, die die Waren im Auge behielten.

#10 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 04.12.2021 22:34

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Darum fragen wir auch nicht um Erlaubnis., entgegnete ich Simon auf seine Zweifel hin und sah ihm wieder direkt in die stechend hellen, blauen Augen, Josh trat allerdings auch nun an uns heran und mein Blick wanderte ebenfalls zu ihm. "Wir haben keine Waffen... Und selbst wenn, keiner von uns weiß, wie man kämpft." Ich sah ihm direkt in die Augen. Wir werden gar nicht kämpfen, sondern stehlen. Wir mussten es nur schaffen unbemerkt auf die Docks zu kommen und wieder zu verschwinden. "Sie werden uns alle töten!" Josh wurde nun zum ersten Mal etwas lauter und machte mir deutlich seine Sorge klar, aber ich erwiderte seinen Blick vollkommen unbeeindruckt. Ich hatte immerhin gerade den Tod von einem von uns bereits miterlebt. Vielleicht, aber immer noch besser, als sich abzuschalten., erwiderte ich vollkommen ruhig, als ich plötzlich eine Stimme von rechts hörte, der ich mich zuwandte, North, "Ich bin dabei."

#11 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 05.12.2021 06:26

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Ich hörte dem Gespräch zu wie es sich entfaltete, Josh, der auch dazu kam, war deutlich gegen diese Idee, North, immer mit dem Kopf gegen die Wand, war dafür. Ich wägte ab, wenn nur eine kleine Gruppe ging war die Gefahr für die anderen geringer, natürlich mussten das Freiwillige sein, North würde mitgehen, ich würde mich auch nicht zieren, aber wir waren eine Gruppe in der man jede Stimme erhörte, einen wirklichen Anführer hatten wir ja nicht. Doch Markus hatte recht, seine Idee war verrückt und waghalsig, aber einen Versuch wert. Wir könnten es versuchen... Ich drehte den Blick nun endlich von Markus weg und zu Josh hinüber, er hatte das letzte Wort.

#12 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 05.12.2021 09:28

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Mein Blick wanderte wieder zu Simon, der nun auch, wenn auch zögerlich, zustimmte, und einen kurzen Moment sah ich fest in seine Augen, froh darum, dass sie mir eine Chance gaben. Nun musste nur noch Josh entscheiden, ich sah ihn abwartend an. Er wirkte nicht sehr begeistert von allem, aber auch er musste wohl einsehen, dass es besser war, als sich abzuschalten. "Okay. Bin dabei." Es war beschlossen.

Nachdem wir uns dazu entschieden hatten, was als nächstes zu tun gewesen war, hatten wir meine kalkulierte Route genommen, um zu viert gemeinsam das CyberLife-Lagerhaus für blaues Blut und Biokomponenten für die sterbenden Androiden aus JERICHO zu plündern. Ich schaffte es auf dem Weg durch meine Rekonstruktionen problemlos die Drohne zu neutralisieren, die uns sonst aufgedeckt hätte. Wir stießen im Lager auf einen funktionierenden Sicherheit-Android namens John, der uns tatsächlich davor bewahrte von den Menschen entdeckt zu werden, indem ich ihn mit meiner Berührung zum Abweichler machte. Ich hatte auch Androiden in größeren Containern befreit, North, Josh und Simon schienen sehr zufrieden damit gewesen zu sein. Natürlich bot ich ihnen ebenfalls an alle nach JERICHO zu kommen. Wir schafften es so gar noch einen ganzen Lastwagen mit Biokomponenten und blauem Blut zu stehlen, in einer waghalsigen Aktion, in der ich in das Gebäude der menschlichen Sicherheitskräfte eindrang.

Als wir nach JERICHO zurückkehrten war alles anders. Die Androiden bewunderten uns dafür, dass wir es nicht nur geschafft hatten, so viele Biokomponenten und blaues Blut zu holen, sondern auch für unsere neuen Mitglieder, die wir geschafft hatten aus den Klauen der Menschen zu befreien. Ich freute mich über die Glückwünsche, mehr aber noch darüber, dass sie begannen JERICHO wieder aufzubauen, wir schafften es den Versammlungsplatz etwas aufzuräumen und waren dabei dauerhaftes Licht einzurichten, um alles deutlich weniger hoffnungslos und düster zu machen. Ich ließ meinen Blick über den Platz gleiten, während ich allerdings aber eigentlich nach einer ganz bestimmten Person mit meinen verschiedenen Augen suchte, Simon.

#13 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 05.12.2021 09:55

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Due ganze Aktion war überaus riskant gewesen, aber Markus führte uns an als hätte er noch nie etwas anderes getan. Ich bewunderte ihn sehr für seine Führungskompetenz, die mir selbst immer gefehlt hatte. Zwischen North Aggressionen und Joshs Pazifismus hatte ich immer versucht einen Mittelweg zu finden, der so ausgesehen hatte, dass wir gar nichts getan hatten. Ich war regelrecht erleichteft darüber, dass Markus frischen Wind mitgebracht und die Führung übernahm, wobei er aber auch auf unsere Meinungen Wert zu legen schien. Ich war mit jedem vergehenden Tag einfach nur müder und müder geworden, müde dem ganzen Streit, müde der Unzufriedenheit von allen Seiten, müde dem Anblick der sterbenden Androiden für die ich nichts tun konnte. Dank Markus waren jedenfalls Letztere vorerst Vergangenheit, er hatte es geschafft einen ganzen Lastwagen zu stehlen, wobei er sein Leben nur noch mehr riskiert hatte als wir anderen schon. Der Versammlungsplatz war nun heller, offener, Androiden sprachen wieder miteinander, der Raum war erfüllt von Stimmen und Geräuschen. Mehr Licht und mehr Androiden bedeuteten leider nicht zwingend auch mehr Wärme und so fror ich immer noch, was sich in einem leichten Zittern meines Körpers zeigte, auch wenn ich versuchte es zu unterdrücken, so wie immer. Ich hatte einen Blick auf unsere Beute gewagt, doch vermutlich war mein Modell einfach zu alt um noch Biokomponenten dafür neu herzustellen und genauer hatte ich nicht suchen wollen, es warem zu viele hier, die diese Teile dringender brauchten, zumal das austauschen nicht so einfach war wie einen Arm zu wechseln. Ich stand wieder an einem Platz etwas von den anderen entfernt, so wie ich oft da stand, doch nun hielt ich die Augen offen und ließ den Blick weich über die Androiden um mich herum gleiten, ich wollte heulen, so froh war ich darum, dass das Sterben ein Ende hatte, dass die Stimmung heller war, aber es fehlte mir an Tränenflüssigkeit, die ich aufzufüllen als unnötig befunden hatte ehe nicht alle anderen versorgt waren. Meine Augen waren irritiert dadurch, aber das war ein stehter Zustand bei mir, die Warnung dazu konnte ich leicht ignorieren, genauso wie die meiner kaputten Biokomponente, sie waren einfach Teil meines Sichtfelds. Thema Sichtfeld, in dem meinen tauchte nun Markus auf, dem ich unvermeidbar mit dem Blick folgte, wie er so selbstsicher durch die Menge schritt, so natürlich, als hätte er nie etwas anderes getan.

#14 RE: Der Versammlungsplatz von Markus 05.12.2021 21:40

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Simon!, rief ich ihm zu und lächelte leicht, die Stimmung hier war schon so viel besser, ich fühlte mich aber trotzdem noch immer ein wenig überfordert, von all der plötzlichen Bewunderung. Sie war schön, aber das bedeutete nur, dass alle hier nun auch etwas von mir erwarteten und Simon, hatte zumindest ich das Gefühl, kannte sie besser als ich es jemals konnte. Ich musterte ihn kurz, ein paar Sachen waren mir bereits an ihm aufgefallen, aber es war nichts konkretes, weshalb ich gerne einmal näher mit ihm sprechen wollte, Würdest du mir an Deck folgen? Ich möchte gerne mit dir alleine sprechen.

#15 RE: Der Versammlungsplatz von Simon 05.12.2021 21:53

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Tatsächlich wollte Markus zu mir und ich empfing ihn mit einem leichten Lächeln und einem fragenden Blick, der sogleich mit einer Antwort belohnt wurde. Meine LED drehte sich kurz und ich zog leicht eine Augenbraue hoch, nickte dann aber, ich wusste nicht worüber der andere Android sprechen wollte, aber ich würde mich ihm nicht verwehren, auch wenn ich nicht unbedingt bei diesen Temperaturen an Deck wollte. Zusammenreißen, du wirst schon nicht festfrieren. Natürlich Markus. Ich setzte mich in Bewegung und ging über Treppen und durch Gänge hinaus auf das Deck des verlassenen Frachters.
(Decks des verrosteten Frachtschiffes)

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