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#76 RE: Ralph's Haus von Ralph 23.11.2019 13:09

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Ich zog meine Hand wieder zurück und wischte das Blut an meinem Umhang ab. Es würde ja sowieso bald nicht mehr sichtbar sein. Überrascht sbich Blythe auf ihr Angebot hin an. Aber woher will Blythe Thirium bekommen? Das wurde immerhin nicht einfach so ausgegeben, das wusste ich. Wenn sich einer von uns Gartenandroiden bei der Arbeit schwer verletzt hatte, hatten die Menschen immer lange gebraucht um die Thirium-Vorräte wieder aufzufüllen, die sie da gehabt hatten.

#77 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 23.11.2019 15:21

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Entschlossen zuckte ich mit meinen Schultern und beobachtete Ralphs Gesichtsverletzungen für einige Momente genauer, für die sein Selbstreparaturprogramm wohl vermutlich nicht ausreichte. Ich hatte wohl noch ein ganzes Stück zu lernen, wenn es um Androiden ging, aber ich würde das schon hinbekommen. Das werde ich dann noch herausfinden. Ich räusperte mich. Vertraue mir, wenn ich sage, ich werde alles in Bewegung setzen, damit… damit du alles hast, was du brauchst. Es mochte sein, dass ich da gerade sehr große Versprechen tätigte, aber andererseits hatte ich auch keinen einzigen Funken Zweifel, dass ich mein bestes versuchen würde, jedes einzelne Wort darin einzuhalten. Meine Gedanken und meine Gefühle zeigte ich eben deutlich lieber in Taten, als in Worten. Ich steckte meine Hände in meine Hosentaschen. Ich bin ganz gut darin, auf Leute aufzupassen.

#78 RE: Ralph's Haus von Ralph 24.11.2019 01:08

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Meine LED drehte sich rasch in ihrer gelben Farbe. Ich versuchtd zu verarbeiten, was Blythe mir da eben versprochen hatte. In der Zeit in der ich ein wirkliches Bewusstsein entwickelt hatte, hatte sich noch nie jemand um mich geschehrt, immerhin war ich nichts als ein Android, noch schlimmer, ein Abweichler. Ich war gefährlich, oder? Ich war ein Mörder, ich war gruselig, ich war ein Angsthase. Nein, ich hatte keine besonders gute Meinung von mir selbst, aber warum auch? Woher denn auch? Ralph versteht nicht warum Blythe ihm helfen will. Ralph ist nur ein Android. Waarum will Blythe anderen so viel helfen?

#79 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 24.11.2019 13:08

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Ich änderte meinen Blick, damit ich ihm direkt in seine Augen sehen konnte. Ich war mir jetzt nicht unbedingt sicher, ob das meine Worte irgendwie glaubhafter machte, aber das musste Ralph sowieso immer noch für sich selbst entscheiden. Zuallererst, ich bin ein Held, es ist meine Verpflichtung Leuten zu helfen., fing ich an und schüttelte dann bestimmt den Kopf. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum ich dir helfen möchte, Ralph. Es ist mir auch egal, dass du ein Android bist, du verdienst genauso sehr Schutz wie alle anderen auch. Man konnte ja schon allein am Beispiel meiner eigenen Art sehen, wie es war, wenn man Personen nicht unabhängig von ihrer Genetik, oder in diesem Fall eher Programmierung, behandelte. Ich möchte anderen helfen, weil ich früher Hilfe sehr dringend gebraucht hätte. Ich habe es auch alleine geschafft, aber das bedeutet nicht, dass andere deswegen keine Hilfe brauchen.

#80 RE: Ralph's Haus von Ralph 24.11.2019 13:33

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Ich legte den Kopf schräg und hörte Blythe zu. Ich hatte noch nie von einem Menschen gehört, dass er einen Androiden wie mich als etwas anderes betrachtete als eine Maschine, ein Stück Merchandise. Ich war mir nicht sicher ob ich Blythe das alles wirklich glauben konnte, aber sie war immer noch da und hatte mir noch wehgetan, zumindest bisher. Ich begann auf einmal wieder zu lächeln und legte die Handflächen aneinander. Ralph hat beschlossen, dass er Blythe glauben will. Er versteht zwar immer noch nicht ganz warum Blythe Ralph helfen will, wo es doch andere gibt, die viel dingender Hilfe brauchen, aber er freut sich, dass Blythe hier ist und ihm nicht wehtun will.

#81 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 24.11.2019 14:03

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Es gibt vielleicht andere Leute, die dringender Hilfe brauchen, aber deswegen bin ich auch nicht der einzige Held, den es gibt. Ich lächelte schmal, da es mich doch ehrlich freute, dass er es zumindest versuchen wollte, mir zu glauben, was auch genau das war, was ich bei ihm tat. Wir machten definitiv Schritte in die richtige Richtung und wenn meine Vermutung wahr werden würde, dann wäre Ralph bestimmt ein toller Freund, auch wenn ich mir dafür nicht allzu viele Hoffnungen machen wollte. Außerdem möchte ich dir helfen, weil du wirkst, als könntest du ein guter Freund sein., erzählte ich ihm das dann auch gleich einfach ehrlich, da ich noch nie verstanden hatte, warum man seine Gefühle in Sätzen schön einpacken sollte, wenn man sie einfach ehrlich preisgeben konnte. Ich erwarte aber auch nicht von dir, dass du mir das einfach glaubst. Gib mir Zeit und ich beweise dir das.

#82 RE: Ralph's Haus von Ralph 24.11.2019 15:58

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Ralph kann ein guter Freund sein? Mir entkam ein glückliches Geräusch, fast wie eine Mischung aus Fiepen und Summen. Ralph will gerne ein guter Freund sein. Ich wippte auf den Fußsohlen vor und zurück und klatschte in die Hände.

#83 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 24.11.2019 16:33

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Das Geräusch, das Ralph von sich gab, kam zugegebenermaßen etwas unerwartet, aber es brachte mich auch dazu kurz zu grinsen. Ich könnte es weder beschreiben, noch nachahmen, aber es wirkte glücklich, beinahe kindlich. Sein Händeklatschen unterstrich das ganze noch einmal. Natürlich kannst du das. Ich stützte eine meiner Hände auf meiner unverletzten Seite ab, während ich noch einmal daran dachte, wie ich in diese Situation gekommen war. Vertrau mir, du warst bis jetzt wirklich freundlich und hilfsbereit, das sind schon einmal gute Voraussetzungen.

#84 RE: Ralph's Haus von Ralph 24.11.2019 17:58

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Ralph war freundlich? Ralph ist gerne freundlich. Kann er Blythe noch irgendwie helfen? Ich vibrierte beinahe vor neuer Energie, als wollte ich sofort loslaufen. Meine Stimmung war wie das Wetter in den Bergen. In wenigen Momenten konnte sie umschlagen. Doch gerade war ich fröhlich und glücklich, voller Motivation.

#85 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 24.11.2019 23:06

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Ralph war wirklich wie vollkommen verändern, zumindest, wie er sich gerade im Moment verhielt, so komplett fröhlich und voller Energie. Das freute mich zwar wirklich, aber ich fragte mich auch, wie lange das so bleiben würde. Ich war allerdings erst einmal froh, dass er sich nicht mehr so sehr vor mir zu fürchten schien. Nun, für den Anfang, kannst du es mir jetzt sagen, falls du noch etwas brauchst., erklärte ich ihm, während ich all seine auch nur minimalen Bewegungen im Auge behielt, da ich mir nicht sicher war, wie er darauf reagieren würde, Denn im Gegensatz zu dir, muss ich etwas essen und ich werde das kurz besorgen. Aber dann komme ich wieder, versprochen.

#86 RE: Ralph's Haus von Ralph 25.11.2019 06:19

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Mein Lächeln schien einzusinken, bei Blythes Worten, doch ich nickte im Verständnis. Das hat Ralph vergessen. Er wird warten. Auch wenn ich mir nicht sicher war, ob Blythe dann auch wirklich wieder kommen würde. Ich wollte es gerne glauben, doch war mir unsicher.

#87 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 25.11.2019 10:49

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Ist in Ordnung. Ich musterte ihn noch einmal kurz, da ich mir nicht sicher war, wie genau bei ihm "in Ordnung" überhaupt aussah, andererseits schien er es auch lange Zeit alleine ausgehalten zu haben. Was nicht bedeutete, dass ich mir unnötig mehr Zeit lassen würde. Ein paar Momente überlegte ich mir, was ich genau nun brauchte, bevor ich mich noch einmal an Ralph wandte, Brauchst du etwas, das ich dir mitnehmen könnte?

#88 RE: Ralph's Haus von Ralph 25.11.2019 11:07

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Oh nein, Ralph braucht nichts. Ich schüttelte zur Bestätigung meiner Worte den Kopf. Ich war schließlich ein Android, ich brauchte nichts, zumindest war ich mir da recht sicher. Blythe konnte mir wohl eher keine Topfpflanzen oder ähnliches mitbringen. Ich hatte das wippen auf den Fußsohlen eingestellt und hibbelte nun von Seite zur Seite, meine Finger knetend und ab und zu mit dem Kopf ruckend.

#89 RE: Ralph's Haus von Black Thorn 25.11.2019 13:54

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Okay. Ich lächelte kurz und dachte mir, dass falls ich etwas finden würde, von dem ich ausgehen könnte, dass es ihm wohl gefallen würde, dass ich es ihm dann vermutlich trotzdem mitnehmen würde. Allerdings wusste ich selbst nicht genau, wie das aussehen sollte oder würde. Vielleicht würde ich ja auch einfach spontan etwas finden, denn große Gesten zu planen war noch nie so mein Ding gewesen. Wir sehen uns dann gleich, ja? Ich ging in Richtung Tür und sah noch einmal kurz zu Ralph zurück, da ich das Gefühl einfach nicht loswerden konnte, dass ich lieber nicht gehen sollte. Aber ich verließ dann doch das Haus durch die Tür, durch die ich gestern schon gekommen war, angetrieben von dem Motivation, bald wiederzukehren.

weiter zu: (über "Lost District") Das Metrosystem

#90 RE: Ralph's Haus von Ralph 25.11.2019 16:48

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Ich sah Blythe einige Momente nach und beschloss dann von einem Moment auf den anderen hier etwas Klar-Schiff zu machen. Etwas, was ich noch nie in meinem Leben, auch nicht dem in der Programmierung, getan hatte. Ich war nicht darauf ausgelegt in einem Haus aufzuräumen oder sauber zu machen. Dennoch häufte ich zumindest die kaputten Holzmöbel auf einen Haufen und schob den Schutt zusammen. Das Papier sammelte ich auch fein säuberlich auf einem Platz. Einen Besen oder so etwas gab es hier ja nicht, also würde der Boden weiter staubig sein, aber man konnte sich nun fast frei bewegen. Bis ich herausgefunden hatte wie ich die Sachen am effektivsten zusammentragen konnte und das auch getan hatte war eine gute Weile vergangen. Plötzlich hörte ich ein Krachen vor der Tür und frohr in jeder Bewegung ein. Meine LED sprang von einem ruhigen Blau auf ein brennendes Rot, mein Stresslevel schoss von den üblichen 5% auf hektische 80% hoch. Jemand machte sich an der Tür zu schaffen. Offensichtlich war die Person betrunken, denn die Tür war nicht abgesperrt, aber wer auch immer da war hatte mühe reinzukommen. Dass es nicht Blythe war, war mir sofort klar und ich sah mich panisch nach einem Versteck um. Ich machte einen Satz unter die Treppe. Zu meinem weiteren Entsetzen bemerkte ich, als gerade die Tür aufknallte, dass ich mein Messer nicht bei mir hatte, es musste noch in der Küche liegen. Ich presste mir eine Hand über den Mund, um ein angsterfülltes Wimmern zu unterdrücken, das sich durch meine Kehle nach draußen winden wollte. Der deutliche Geruch nach Alkohol erfüllte die Luft und schweres Atmen übertönte das meinige, welches ich versuchte so leise wie möglich zu halten. Offenbar war ich nicht erfolgreich, oder ich war mit dem Fuß über den Boden gekratzt, oder meine LED war zu hell gewesen, denn der Mann kam schwankend auf die Treppe zu. "Wer is da?" Ich presste meinen Rücken gegen die Wand, doch er hatte mich schon entdeckt. Der betrunkene Obdachlose, denn so sah er eindeutig aus, packte mein Bein und zerrte mich nach draußen in den Wohnraum. Ich gab ein angsterfülltes Winseln von mir und starrte mit meinen so verschiedenen Augen zu dem Mann hoch. "N Android? Bistn Abweichler, hn? Weissu was man mit Typn wie dir machn sollte?" Ich wurde am Kragen gepackt und in eine kniehende Position gebracht. Auch wenn der Mann die Koordination eines betrunkenen, Neugeborenen hatte, so war er doch kräftig. Das waren die meisten, die auf der Straße lebten, man musste sich schließlich durchsetzen. Ich hatte zu große Angst um mich zu wehren. Es war von Mal zu Mal unterschiedlich. Ich hatte bereits Menschenleben auf dem Konto, nur weil sie mich entdeckt hatten, und dann hatte ich wieder zu viel Angst und ließ einfach alles über mich ergehen. So war es eben auch heute. Mein Stresslevel stieg auf 91% und ich begann wieder hektisch bor mich hin zu murmeln. Bitte lass Ralph in Ruhe. Ralph hat niemandem was getan. Tu Ralph nicht weh. Ralph hat Angst. Geh weg. Lass Ralph in Ruhe. Ralph tut niemandem was. Unterbrochen wurde ich von einem direkten Schlag ins Gesicht, der mich wieder flach auf den Boden schickte. "Schnauze! Androidn wie du habn mir mein Job geklaut! Du bis nur ne Maschine! Du has keine Gefühle zu haben!" Ein Tritt folgte und ich rollte mich wimmernd zusammen. Die Arme schlang ich um den Kopf und versuchte meine syntetischen Organe vor Schaden zu schützen. Weitere Tritte folgten, weitere Beleidigungen. Ich betete zu RA9, dass er mich nicht zerstören, oder zur Selbstzerstörung treiben würde. An Rettung glaubte ich nicht, Blythe hatte ich in meiner Angst völlig vergessen.

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